Zukunft

Xesier

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BioShock 2

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BioShocks Geschichte geht auf die Idee zurück, am Anfang des 20. Jahrhunderts unabhängig von machthungrigen Institutionen wie Kapitalismus, Kommunismus und Kirche, eine Gesellschaft zu gründen, die sich der Forschung und ihrer Überzeugungen völlig hingeben kann. Dazu wird von Andrew Ryan die Unterwasserstadt Rapture aus dem Boden gestampft und eine Zeit lang scheint alles auch gut zu laufen. Die Wissenschaftler führen ein normales Leben, auch wenn ihre Kinder Wälder nur aus Märchen kennen. Doch da einige Menschen nun einmal mit der Zeit machthungrig werden und die Entdeckung einer Droge, die zu übermenschlichen Fähigkeiten führt, dabei nicht unbedingt hilfreich ist, liegt Rapture nach einer Revolution mehr oder weniger am Boden.

BioShock erzählt die Geschichte von Jack, der mit seinem Flugzeug abstürzt, sich in einen Leuchtturm rettet und dort mit einem Unterseeboot nach Rapture abtaucht. Dort trifft er auf mehrere Menschen, von denen die meisten allerdings von der ADAM getauften Wunder-Droge wahnsinnig geworden sind. ADAM ermöglicht es, dass man Blitzschläge ausführen, Feuer entfachen oder Telekinese anwenden kann und es kann den Körper in wenigen Sekunden völlig umgestalten. Andere Menschen besitzen noch ihren Verstand und wollen Jack als Chance nutzen, Rapture zu ihren Gunsten umzugestalten oder endlich von dort zu fliehen. Dazu erkundet er Rapture und begegnet den merkwürdigsten Individuen und Monstern. So lernt Jack unter anderem auch Big Daddys und Little Sisters kennen. Dieses Zweiergespann bestehend aus einer in einen Taucheranzug gesteckten mit gefährlichen Waffen ausgestatteten menschlichen Drone und einem kleinen konditionierten Mädchen, dem eine ADAM-produzierende Seeschnecke eingepflanzt wurde, ist auf der Suche nach der Droge in toten Körpern, um sie mit der Seeschnecke zu vermehren und für die meist bereits toten Wissenschaftler zu sammeln.

BioShock 2 setzt mehrere Jahre nach diesen Geschehnissen an und berichtet vom ersten Big Daddy, dessen Paar-Bindung zu einer Little Sister geglückt ist. Big Daddys sollen andere Menschen davon abhalten, die Little Sisters für ihre Zwecke zu missbrauchen. Dazu wurde ihnen einprogrammiert, dass sie sterben, sobald das Herz ihrer Little Sister aufhört zu schlagen. Außerdem wurden sie ihrem eigenen Willen beraubt, sodass sie nur noch für das Leben der Little Sisters existieren. Allerdings ist es so, dass man in BioShock 2 einen Prototypen spielt, der eigenständig denken kann und nur bedingt an eine Little Sister gebunden ist. Er kann ebenfalls die ADAM-Fähigkeiten nutzen und er ist relativ unabhängig.

BioShock ist ein Meilenstein der Computerspiele, weil es eine so originelle Welt schafft und gleichzeitig immer noch spielbar bleibt. Der Art-Deco-Stil, die Musik der 50er und die umfangreiche Auseinandersetzung mit den Idealen verschiedenster Menschen und ihren Schattenseiten macht das Spiel so unglaublich gut. Dabei taucht es sofort in die Action ein und erzählt über Audiobotschaften Raptures Vergangenheit. Das Spiel ist zu Recht mit sehr vielen Preisen überhäuft worden. BioShock 2 hingegen ist ein Aufguss beziehungsweise eine Erweiterung der Ideen des ersten Teiles und gerade deshalb für mich nicht so prickelnd. Am Anfang fühlt sich das Spiel sogar unglaublich verbraucht an, da man weiß, wo man ist: Wir befinden uns ins Rapture, kein Geheimnis, keine Besonderheit.

Erst wenn man sich der Geschichte von Sofia Lamb und der Präsentation des ersten Big-Daddy-Prototypen hingibt, wird man von dem Spiel nicht enttäuscht. Deshalb kann ich auch nicht sagen, dass BioShock 2 ein schlechtes Spiel ist oder auch nur ansatzweise eine schlechte Geschichte erzählt. Das wäre einfach nur gelogen. Es ist eine gute Geschichte und es ist spannend, sie zu verfolgen. Die Schusswechsel sind interessant, machen Spaß. Die Fähigkeiten machen das Spiel abwechslungsreich, und die Audiobotschaften verlieren sich wieder einmal über die Fantasie hinweg in wunderbaren Einzelheiten (egal, wie suspekt es erscheint, dass man sein ganzes Leben als Audiokommentar für die Nachwelt aufzeichnet und dann irgendwo mitten in der Stadt verliert).

BioShock 2 ist jedoch dort unbefriedigend, wo man sich etwas Ganzes wünscht. Es erzählt eine Episode im großen Fall von Rapture, aber eben auch nur das. Man wird keine außergewöhnlichen Persönlichkeiten treffen (die man nicht anschließend auch beseitigen müsste), man wird nicht einfach nur die Atmosphäre genießen können, und man wird auch nicht an harmlosen Experimenten teilnehmen. Es ist keine Chronik, es ist ein Actionspiel. Und das enttäuscht mich im zweiten Teil. Ich will die gesamte Geschichte von Rapture hören, wenn man schon die Zeit für einen zweiten Teil hat. Doch leider wird es dazu wahrscheinlich nicht mehr kommen. Die BioShock-Serie entwickelt sich in eine andere Richtung: Es geht über dem Wasser weiter. BioShock Infinite wird von einem Privatdetektiv handeln, der in einer fliegenden Stadt nach einer Frau sucht. Kein Rapture mehr, was nicht so schlimm für BioShock ist. Aber auch keine Aufklärung über Rapture mehr, was ich als schlimm erachte.

Ein Kommentar

  1. [...] wieder eine Woche her? Ich habe natürlich nichts gelesen. Ich verbringe meine Zeit lieber damit gute Fortsetzungen zu spielen, die sich nicht wie Fortsetzungen anfühlen und mich über Selig– und [...]

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