Wofür lohnt es sich Zeit zu verschwenden oder anders ausgedrückt: Wann verschwende ich meine Zeit nicht durch irgendwelche Tätigkeiten? Sie schreitet unaufhörlich voran, dagegen kann man nichts machen. Selbst jetzt, genau in diesem Moment, wenn ich diese Gedanken zum Ausdruck bringe, habe ich Zeit verschwendet, beziehungsweise investiert, und falls ich irgendwann dies hier lesen sollte, habe ich wieder Zeit verschwendet. Das Problem dabei ist, dass ich nicht unendlich viel davon zur Verfügung habe. Aus diesem Grund sollte ich mir genau überlegen, was ich mit ihr anfangen soll. Was möchte ich erreichen? In welche Richtung will ich gehen? Will ich überhaupt etwas erreichen und wenn ja, wo ist die verdammte Richtung?
Anscheinend mache ich auch einen Unterschied zwischen verschwendeter und investierter Zeit. Die Frage ist, wann verschwende ich Zeit und wann investiere ich diese? Wenn ich zum Beispiel arbeite, investiere ich, da ich die Zeit, welche durch die Arbeit verstreicht, nutze um eine gewisse Leistung zu erbringen, die mir später mit Geld vergütet wird. Also habe ich Zeit geopfert, in dem Wissen später etwas dafür zu bekommen, vorausgesetzt die Leistung, die ich in der Zeit erbracht habe, stimmt mit den Anforderungen überein, welche die Arbeit erfordert. Daher ist die investierte Zeit, das Handeln des Menschen, das ihm später einen gewissen Nutzen oder Vorteil erbringt. Da jeder Mensch Nutzen und Vorteil anders definiert, kann die Frage nur schwer verallgemeinert werden. Denn was man selbst für richtig erachtet, muss für andere nicht zwangsweise auch richtig sein. Aber wahrscheinlich spielt auch die Erfahrung, die ich bei einer Tätigkeit sammle eine wichtige Rolle. Denn durch diese spezielle Erfahrung, habe ich das Gefühl die Zeit gut oder schlecht genutzt zu haben.
Das Handeln wird demzufolge von jedem Menschen anders wahrgenommen, und so entscheidet jeder für sich, ob es sich dabei um eine Verschwendung oder eine Bereicherung handelt. Aber warum sehen Menschen ein und dasselbe so unterschiedlich? Wegen unterschiedlicher Erziehung, Moral und Zielen? Ich sammle letztendlich immer Erfahrungen, durch mein Handeln und die Tätigkeiten, die ich ausübe. Also kann ich doch gar keine Zeit verschwenden, da ich ja trotzdem etwas dazulerne, aber nicht jede bringt mich auch auf meinem gewünschten Lebensweg weiter.
Aber was genau sollte man nun im Leben anstreben? Wir leben in einer Zeit der Spezialisierung, man sucht sich ein Themengebiet aus und eignet sich Fähigkeiten an, die einen nur in eine bestimmte Richtung weiterbringen. Aber ist das auf die Dauer nicht etwas eintönig, wäre es nicht viel besser, wenn man versucht, sich im Leben unterschiedliche Fähigkeiten anzueignen, um sich weiter zu verzweigen? Fördert das nicht sogar die Persönlichkeitsentwicklung, da man frei entscheiden kann, welche Richtungen man einschlägt und wie intensiv man sich mit den einzelnen Bereichen beschäftigt? Denn nur dadurch bekomme ich einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten, die das Leben für mich bereithält.
Doch was hindert mich daran mich frei zu entfalten, mein eigener Wille, meine Bequemlichkeit oder sogar die Gesellschaft selbst? Egal für welchen Weg man sich nun entscheidet, das Wichtigste ist doch, dass es einen selbst glücklich macht, wie auch immer das gehen soll. Ich persönlich habe das Glück immer an verschiedene Bedingungen geknüpft, aber vielleicht ist das ja auch der falsche Weg. Vielleicht sollte man aufhören, das Glück zu suchen und einfach glücklich sein?
Ich schätze, dass ich unheimlich viel Zeit verschwende, wenn man es durch die Augen anderer betrachten würde und ich denke, dass ich mir durch meine Faulheit selbst im Weg stehe und nicht raus gehen sondern im Internet versacke.Ich könnte es mir schön reden und sagen, dass ich auch da lerne, aber meist ist es nur belangloses Zeug.
Auch Arbeit würde ich manchmal als verschwendete Zeit sehen, wenn einen die Arbeit nicht erfüllt, sondern Geld verdienen das einzige Ziel ist. Wenn man das Geld braucht, um mehgr zu erreichen ist es in Ordnung, aber mit seiner Arbeit sollte man an sich schon zufrieden sein, auch ohne entsprechende Bezahlung.
@ Marcel: An welche Bedingungen knüpfst du dein Glück?
Ich finde, wenn man darüber nachdenkt, wieviel Zeit man verschwendet, bzw. wie man sie sinnvoll nutzt, setzt man sich selbst unter Druck. Ich versuche das Leben genau in diesem Augenblick zu genießen / zu Leben. Damit umgehe ich die Situation, dass ich mein Handeln vor / während der Tätigkeit bereue, sondern eventuell erst später. Ich weiß, dass ich öfter mal faul bin und dass ich sinnlos (zB) im Internet bin. Na und? Wenn ich aber genau darauf Lust habe… Meine Herangehensweise funktioniert nicht immer, aber dafür manchmal, wenn ich trotzdem drüber nachdenke, schon. Versteht ihr, was ich meine? :-)
@ Loisa
Ich finde auch das es wichtig ist, dass die Arbeit einen erfüllt und man damit zufrieden ist, doch wenn man mit dieser nicht über die Runden kommt, muss man sich zwangsweise was anderes suchen.
Es waren unterschiedliche Bedingungen an die ich mein Glück knüpfte zB. jemanden an meiner Seite zu wissen, mehr Weisheit, Erfahrung, besondere Fähigkeiten oder auch irgendwelche materiellen Dinge. Je nach dem, aber ich versuche mittlerweile mein Glück nicht von solchen Faktoren abhängig zu machen.
@ Matti
Aber dadurch bekommt man doch irgendwann das Gefühl, dass es besser wäre die Zeit vielleicht anders oder sinnvoller zu nutzen (was sinnvoll ist sei erst mal dahingestellt).
@ Marcel
Ja, aber das könntest du auch nach dem Nachdenken tun, oder?