Ich stehe in letzter Zeit immer öfter zwischen den Dingen. So, oder so ähnlich würde ein tiefgründiger Anfang lauten. Bei diesem Artikel hier stand ich jetzt auch echt lange zwischen den Dingen. In der letzten Woche habe ich mir Gedanken gemacht, worüber ich eigentlich schreiben möchte, dabei fielen mir einige Themen ein, aber nie mehr als vier bis fünf Sätze, die ich dazu hätte formulieren können. Ich hatte eigentlich vor diesen Artikel unter der Woche zu schreiben, aber das hat mich immer wieder demotiviert. Oder ist das nur eine Ausrede, die sich mein Kopf zurechtgelegt hat, denn eigentlich habe ich gar keine Lust irgendetwas zu tun.
Irgendwie dazwischen, so geht es mir, wie schon Anfangs erwähnt, recht häufig. Gleiches gilt auch, wenn ich über diverse Prozesse nachdenke, oder Handlungsabläufe, die ich so unternehme oder unternommen habe. Ich sammele neue Erkenntnisse, die mich normalerweise zu einem Umdenken führen müssten, ich sollte mich anders verhalten, aber ich habe keine Lust, oder auch Angst und entscheide mich für einen Weg dazwischen. Oder ich gehe den alten Weg, denke aber über die Dinge, die mir passieren unglaublich negativ, weil ich den anderen Weg für “besser” halte und der momentane für mich nur profane Zeitverschwendung ist.
Eigentlich wäre es also besser für mich die neuen Erkenntnisse auf meine Handlungen anzuwenden. Doch ich ändere oftmals nichts, das liegt entweder daran, dass ich zu viel Angst habe etwas zu ändern oder aber daran, dass der momentane Weg objektiv mehr Erfolg verspricht. Dabei fühle ich mich miserabel und muss mir notgedrungen überlegen, wie ich meine Situation verbessern könnte, dadurch sammele ich neue Erkenntnisse, die mir aber nichts bringen, weil ich diese nicht anwende. Da ich aber ein viel zu positiv denkender Mensch bin, wirkt sich die Niedergeschlagenheit nicht so sehr auf meinen Alltag aus. Eigentlich ärgert mich das, weil ich glaube, wenn es mir richtig schlecht ginge, dass ich dann quasi zum umdenken gezwungen wäre und Entscheidungen treffen müsste. So wie bei Kondratjew, aber das wäre auch dumm, weil es mir dann ja nach einer Zeit wieder schlecht ginge, ohne dass ich jetzt dauerhaftes Glück für mein Leben fordere.
Eine weitere Folge davon ist, dass ich oft keine Lust habe etwas zu unternehmen. Ich habe Angst davor mit so einem Problem konfrontiert zu werden. Also sitze ich zu Hause, lese ein Buch, bin zu doof mich im Internet zu beschäftigen, und bemitleide mich ein bisschen selbst. Meine Kopf sagt dann: “Johann, dir ging es doch früher nicht so”, dir war nie wirklich so langweilig, dass du dein momentanes Handeln in Frage stellst, dass dich in diese langweile führt”. Dabei sitze ich gar nicht so oft zu Hause, nicht öfter als früher, wo ich diese Gedanken nie hatte. Was hat sich also verändert? Ich glaube, es liegt daran, dass ich mehr über die Dinge nachdenke. Und genau dieses Nachdenken verfluche ich in letzter Zeit häufig. Ich würde lieber so “naiv” wie damals durch die Welt gehen.
Ich will mich nicht entscheiden müssen. Ich möchte nicht zu diesen Entscheidungsprozessen kommen, auch wenn mein Leben dann vielleicht nicht mehr das tiefgründigste wäre. Diese Gedanken habe ich dann, in dieser Situation der Langeweile. Zum Glück denke ich mir dann: “Hey Johann, du hast das alles doch viel zu gerne um so zu denken, du bist nicht wirklich unglücklich, nur punktuell, manchmal. Du magst dein Leben sehr gerne, du musst nur eben mal schauen, wie du mit solcherlei Situationen umgehst, das bringt dich dann auch bestimmt weiter und macht dich zum krassesten, tollsten Menschen der Welt, den es gibt, genau wie dieser Artikel hier”.
Ich denke du brauchst einen Anker, Johann. Etwas worauf du in solchen Momenten zurückgreifen kannst. Etwas woran du Spaß hast und woran du festhalten kannst.
Lenk dich ab, denk nicht so viel nach.
Zerbrech dir nicht den Kopf, sei glücklicher,
als du es eigentlich schon bist. :)
Such dir ne Freundin, Hase.
Man sucht sich ja nicht aus, ob man nachdenkt, es kommt einfach. Du kannst es nicht vermeiden, da gibt es immer Momente.
Und ich finde, dass es sich nicht so pauschalisieren lässt, dass eine Freundin, so viele Probleme löst. Vielleicht tut es das, aber es schafft auch neue.
Außerdem fallen Freundinnen ja auch nicht vom Himmel, und so.
Freundinnen kommen, genauso wie die Gedanken, unverhofft. Wenn sie dann da sind, sollte man sich überlegen, was man damit anstellen möchte.
Hm,
wenn ich ein Problem habe oder mich auf einmal für oder gegen etwas entscheiden muss, dann denke ich häufig darüber nach, wenn es eine wichtige Sache ist bete ich darüber und dann entscheide ich mich für die Variante, von der ich denke, dass sie besser ist. Das führt manchmal dazu, dass ich teilweise ziemlich schwierige Wege gehe, was mich dann unglaublich stresst und es mir zeitweise richtig mies geht, aber ich hasse einfach das Gefühl, etwas vor mich hin zu schieben bzw. eine Entscheidung getroffen zu haben, die ich eigentlich gar nicht gut finde.
Das klappt natürlich nicht immer, aber relativ häufig klappt es gut :). Und dann bin ich auch ziemlich zufrieden damit.
Mir geht es oft ähnlich Johann. :) Ich entscheide mich, wenn ich ein Problem hab im ersten Moment immer für so eine Zwischenlösung, denn ich will niemanden vor den Kopf stoßen und kann mich auch nicht in 5 Minuten komplett ändern.
Ich denke aber nicht, dass es dir erst richtig schelcht gehen musst, damit du etwas änderst,sondern du musst erleben, dass du dich unwohl fühlst, weil du nicht nach deinen Idealen lebst und merken, dass du etwas daran ändern kannst. Also, dass du das wirklich allein einfach so kannst, aber mich ringt die Bequemlichkeit meist auf dem weichen Teppich der Realität nieder. ;)
Und an alle “Freundinnen-lösen-Probleme”- Verfechter : Am Anfang vielleicht, aber Freundinnen bringen noch ganz andere, neue Probleme mit, die alles auch noch komplizierter machen können.
Natürlich ist eine Freundin keine Lösung, aber ich denke sie würde dich ablenken. Von den komplizierten Gedanken, Entscheidungen. Und deinem Hang zur Lustlosigkeit. Es muss ja keine Freundin sein, aber eine Person, die dich unterstützt, dich antreibt. Eine Person von der du eindeutig sagen kannst, dass sie dich versteht. So jemanden findest du bestimmt, falls du es noch nicht hast. :)
Hast du Angst davor Fehler zumachen? Es wirkt so als ob du kein Riskio eingehen möchtest in deinem zukünftigen Leben. Aber es ist völlig normal, dass man mal den “falschen Weg” wählt. Doch du lernst aus diesen “Fehlern”, die vielleicht auch gar keine Fehler sind. Immerhin hast du ja nur den einen Weg ausprobiert. Du kannst immer denken: “Das war die falsche Entscheidung”. Dabei weißt du nicht wie viel besser oder schlimmer der andere Weg ist. Hör einfach auf dein Bauchgefühl, und lass deinen Kopf mal außen vor. Ich denke den Weg, den du wählen wirst, wird der richtige sein. Verstehst du was ich probiere zusagen?