Der Weltuntergang wurde schon tausende Male angekündigt. Mal wahrscheinlicher in Form von Spannungen zwischen den USA und der Sowjetunion während des kalten Krieges, mal unwahrscheinlicher in den Ansprachen religiöser Fanatiker. Doch egal wie viele Termine wir auch überschreiten, bisher ist die Apokalypse noch nicht eingetreten. Zum Glück.
Ja, Glück ist das entscheidende Wort. Denn auch wenn es langsam nervig wird, dass die Welt immer wieder kurz vor ihrem Ende zu stehen scheint – ja, immer fünf vor zwölf – so sollte man dennoch nicht vernachlässigen, dass es einen Haufen ungelöster Probleme auf ihr gibt. Da erscheint es gar nicht so unglaubwürdig, dass sich einmal eines dieser unzähligen Zahnräder löst und die Maschine zum Einsturz bringen könnte.
Doch welches Problem wird dafür verantwortlich sein? Und wie werden wir als Menschheit damit umgehen? Diese Fragen beschäftigen mich schon seit einiger Zeit, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass unsere Gesellschaft nach einer richtigen Katastrophe noch viel Bestand haben wird. Doch welches System hätte das schon? Von was für einer Größenordnung sprechen wir hier überhaupt? Und allgemein: Was macht ihr so nach dem Weltuntergang?
Kein Mensch auf der Erde kann zuverlässig sagen, wann, wie und wo etwas passieren wird, das letztendlich den Anfang vom Ende kennzeichnet. Viele Filme ziehen ihre gesamte Faszination aus der Darstellung eben dieser einen Situation. Und natürlich gibt es einige Probleme, die wahrscheinlicher als andere zum Untergang führen: Allen voran die Überschreitung des Ölfördermaximums (Peak-Oil). Aber auch die Konflikte um sauberes Trinkwasser, über die verschiedensten Rohstoffe und bei der radioaktiven Verstrahlung eines größeren Erdabschnitts sind dabei nicht zu vernachlässigen. Trotzdem kann man die mögliche Ursache aber eben nicht genau bestimmen.
Letztendlich führen sie aber immer nur zu einer Zerstörung der Zivilisation und Infrastruktur wie wir sie kennen. Nichts, was sich nicht regeln ließe. Dies ist also der Fall, auf den ich mich gedanklich vorbereite und über den ihr wenigstens einmal nachgedacht haben solltet. Wenn es schlimmer kommt, dann ist sowieso alles egal; wenn es besser wird, dann ist es nicht der Rede wert. Da wir uns gerade nicht in einem Film befinden, überspringen wir also den interessanten Teil, der sich mit der Rettung weniger Menschen beschäftigt und nehmen einfach einmal an, dass ihr zu den Überlebenden zählt. Doch jetzt: Was nun?
Habt ihr das Wissen, euch ohne Supermarkt zu ernähren? Könnt ihr eure Häuser dämmen oder habt ihr wenigstens eine sichere Wärmequelle? Wie erzeugt ihr euren elektrischen Strom unabhängig von den Kraftwerken? Braucht ihr fließendes Wasser, habt ihr Zugang zu einem Brunnen? Trinkwasser? Medikamente? Werkzeuge? Funktionierende Kommunikation? Habt ihr Bücher zur Hand, die euch bei der Beschaffung einer oder mehrerer dieser Dinge helfen? Kennt ihr die richtigen Menschen, denen ihr und die euch behilflich sein können? Was könnt ihr wirklich?
Unsere Gesellschaft ist gut darin, sich zu spezialisieren. Wir können es uns zum Beispiel leisten, Menschen darin auszubilden, unser gesamtes kulturelles Wissen zu katalogisieren und zu erweitern. Doch irgendwann könnte das alles keine Bedeutung mehr haben. Dann steht das Überleben im Vordergrund. Das Überleben von so vielen Menschen wie möglich. Aus diesem Grund sind zwei Verhaltensweisen für den Notfall besonders wichtig: Zum einen müsst ihr sicherstellen, dass ihr euch mit Leuten zusammenschließt, denen ihr vertrauen könnt. Es geht gar nicht so sehr darum, Menschen zu finden, die eure besten Freunde werden. Es sollten aber Leute sein, die einfach da sind und die euch helfen können. Zum anderen müsst ihr überlegen, was ihr für eine Rolle übernehmen wollt? Ihr werdet euch daran gewöhnen müssen, dass die Verpflegung der Gruppe immer die höchste Priorität haben wird. Diejenigen, die sich nicht integrieren wollen, werden es vermutlich sehr schwer haben.
Die Welt wird ihre grausamsten Seiten zeigen, die Menschen werden sich generell misstrauen, Recht und Ordnung werden je nach Gruppe variieren. Dabei können wir uns noch glücklich schätzen, wenn wir in einer Gruppe landen, in der die Mitglieder nicht versuchen werden, ihre Machtposition auszunutzen. Insgesamt ist aber alles unsicher: Menschen plündern, sind gewalttätig und leben zunächst wahrscheinlich nomadisch. Von Kaufhallenlager zu Kaufhallenlager. Einige Superreiche genießen in ständiger Angst vor und mit ihrer Privatarmee die letzten Augenblicke ihres luxuriösen Lebens. Die Welt wird sich verändern.
Doch noch ist es nicht so weit. Vielleicht wird es niemals so weit sein. Ich hoffe es so sehr. Bevor es also dazu kommt: Macht euch Gedanken! Das ist die einzige Chance, auf eine solche Katastrophe vorbereitet zu sein. Ihr müsst euch nicht wahnsinnig machen, ihr müsst nur genau wissen, wann ihr was zu tun habt. Wenn wir das schaffen, dann blicken wir in eine nicht ganz so finstere Zukunft. Vor allem aber in eine Zukunft, in der wir immer noch leben können.
Genau: Wir werden, nachdem die Erde aufgerissen ist, 99% unser geliebten Menschen gestorben sind und radioaktiver Regen unsere Klamotten zersetzt, den Notfall-Zettel rausholen, abstimmen, wer welche Rolle in der Gruppe übernimmt und nach der handgemalten Skizze versuchen mit zwei Stöckern ein Feuern zu machen. :-)
Die meisten Menschen kriegen es nicht hin, bei einem Feuer geordnet und ruhig das Gebäude zu verlassen. Oder Loveparade: einer bekommt Panik – Menschen sterben.
Da mache ich mir garantiert keine Gedanken für den Fall, dass ich den Weltuntergang überlege. Ich schätze, ich werde einfach nur hoffen eine geladene Pistole zu finden.
Sei mir nicht böse, aber über den Weltuntergang mache ich mir keine Gedanken. Wenn er da ist, ist er da und dann soll er auch bitte schön das Ende sein.
Ich meld mich freiwillig als Nachkommenproduzent. *Mundspray raushol* HEllllo Ladies!
Ach, ja hab heute “The Road” gesehen. Wenn so die Welt nach der Apokalypse aussieht, werd ich nicht lang nachdenken und mein Leben beenden.
Ich machs so:
http://www.youtube.com/watch?v=6b6AH8kznKs