Zukunft

Xesier

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Andere Menschen

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Hannes’ Filmempfehlung lässt mich seit einiger Zeit über die Entwicklung des Internets im sozialen Alltag nachdenken. Es geht dabei um einen fünfzehnjährigen Jungen, der sich beim Masturbieren filmt und dessen Leben ruiniert wird, nachdem die Aufnahme durch Unglück und Schikane im Internet landet. Ich war paralysiert. Der Film zeigte mir das absolute Extrem. – Doch ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass wir lernen müssen, mit solchen Veröffentlichungen umzugehen. So schwer es uns auch fallen mag. Das Internet ist einfach zu wichtig. Und ansonsten verspielen wir möglicherweise die große Chance, die es uns bietet.

Wir befinden uns noch relativ weit am Anfang des Internetzeitalters. Ein Großteil der Menschen hat noch nicht begriffen, was das Internet wirklich kann. Es spielt zwar bereits eine große Rolle in unserer Welt, aber die Menschen schwärmen lieber noch davon, anstatt es endlich anzuwenden und es als Realität wahrzunehmen. Oh, das Internet ist voller Magie – was für ein Wahnsinn! Das ist die Zukunft. Falsch, das ist die Gegenwart. Nichts anderes. Wer das nicht begriffen hat, lebt in der Vergangenheit. Merkt euch das!

Doch genauso wie es Menschen gibt, die das Internet als Erlösung betrachten, so existieren auch die Skeptiker. Niemand kann es ihnen verübeln. Das Internet ist irgendwie da draußen, so ein unbekannter, nicht greifbarer Raum, der von allen Menschen ohne Überprüfung genutzt und betrieben werden kann. Das ist doch unverantwortlich. Alle Menschen haben auf alle Informationen kostenlosen und unbegrenzten Zugriff. Die Leute können sich präsentieren, sie können ihre Meinung veröffentlichen, sich organisieren, amüsieren. Und das ohne eine größere Kontrollinstanz, die das Internet sauber hält. Absoluter Wahnsinn.

Welche Alternativen bieten sich also an, das Internet auf der einen Seite so offen zu belassen wie es ist und seine Möglichkeiten voll auszukosten, während wir es auf der anderen Seite soweit einschränken, dass die Jugend geschützt bleibt und das Leben des Einzelnen nicht völlig zerstört wird? – Hm, kurze Überlegung: Keine. Ja, gar keine. Man versucht zwar jetzt, das Internet immer mehr einzuschränken. Es wird allerdings immer derselbe Kampf bleiben. Es kann gar keine genauen Regelungen geben, da unsere Interessen viel zu verschieden sind. Eine Beschränkung des Internets führt immer unweigerlich zu einer Unterdrückung.

Unsere einzige Chance, es irgendwie in den Griff zu bekommen, besteht darin, uns damit abzufinden und andere Menschen zu werden. Wir dürfen uns nicht mehr von uns selbst einschüchtern lassen. Wir sind alle nur Menschen. Wir müssen uns nicht für uns selbst schämen. Nicht, dass wir uns nicht schämen dürften. Doch, wir dürfen. Aber auch nur, wenn wir es wirklich wollen. Und wir können stark sein. Oder schwach. Wenn wir es wollen. Es ist nur wichtig, dass wir uns darüber bewusst sind, was wir sind, und dass wir mit äußerster Anstrengung versuchen, niemanden zu verletzen. Das ist das Wichtigste. Dann kann uns auch ein Masturbationsvideo im Internet nicht zerstören. Dann ist ein Masturbationsvideo im Internet kein Problem des Betroffenen, sondern ein Problem des Einstellers.

Und was ist mit der nächsten Generation? Nun, wir müssen akzeptieren lernen, dass Kinder mit Pornografie in Kontakt kommen werden, dass sie sich rassistische Texte anschauen können und dass sie auf genügend Wissen Zugriff erhalten, um sich selbst Bomben zu bauen. Lasst uns das akzeptieren und lasst uns aus ihnen bessere Menschen machen! Letztendlich liegt es in unserer Hand, was wir mit dem Internet anstellen. Wir können es Kindern übervorsorglich verweigern oder wir können ihnen beibringen, wie man damit umzugehen hat, wie man es zu seinem Vorteil nutzt und wie man damit sein eigenes Leben verbessert.

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