Zukunft

Xesier

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Von Dichtern und Denkern

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Xesier ist und war ja immer auch eine Plattform für junge Autoren, um sich schriftlich mit dem auseinanderzusetzen, was sie im Alltag umgibt und wo ihre Interessen sich hinentwickeln. Ich würde gern mal einen geisteswissenschaftlich wertvollen Artikel schreiben, etwa eine Abhandlung über ein philosophisches Werk oder eine Analyse zu einem großen Roman. Leider bemerke ich aber oft, dass mir die Motivation für das Einfuchsen in ein Themengebiet fehlt.

Zumindest scheint es mir aber, dass ich in letzter Zeit einen Schritt in die richtige Richtung gewagt habe. Ich habe angefangen zu lesen. Vorerst zumindest nur Belletristik. Vorzugsweise und fast ausschließlich die Werke von Hermann Hesse. Da fand ich letztens einen Stoß Bücher in einem Karton, der noch von meinem Umzug ungeöffnet war und hauptsächlich erblickten mich dort die von ihm geschriebenen Bücher. Das passte mir, denn schon länger blieb mir die Frage im Kopf, wie ich die Semesterferien (bei mir immerhin ganze zehn Wochen) nicht ganz ungeordnet verbringen und zumindest etwas unter einen kulturell, intellektuellen Stern stellen konnte. Also nahm ich mir vor die Werke zu lesen.

Bis heute habe ich seine großen Romane und die wichtigsten seiner Erzählungen gelesen. Und allein diese Konsequenz des immer Weiterlesens zeigt, dass ich begeistert bin. Hesse zeigt mir, was mit Sprache machbar ist. Er schafft es, kleine unscheinbare Dinge, die sich in Gedanken der Menschen, aber auch in der Natur abspielen, aufzuzeigen und als etwas Besonderes und Schönes darzustellen, so dass man lernt, kleinen Dingen im Leben mehr Aufmerksamkeit zu schenken und sich an ihnen zu erfreuen.

Seine Geschichten werden oft von einer Hauptfigur getragen, die an einem Wendepunkt in ihrem Leben steht und aus sich heraus eine Änderung bis hin zur Selbstverwirklichung vornimmt. Dabei stellt der Autor erschreckend detailreich den inneren Zwiespalt der Person dar, der in der Kluft zwischen den Anforderungen der Gesellschaft und den eigenen innersten Wünschen liegt. Neben diesen Beschreibungen der Psyche und des Menschen vergisst Hesse dabei aber nie Landschaften zu entwickeln und Bilder von Kulissen im Kopf des Lesers zu entwerfen. Man merkt, dass hier jemand nicht nur gut beobachtet, sondern auch die sprachliche Fähigkeit hat, es einem anderen Menschen mitzuteilen. Ich bin beeindruckt und lege jedem ans Herz, wenigsten einmal ein Buch von Hermann Hesse zu lesen. Ich empfehle “Narziß und Goldmund”, “Gertrud”,”Klein und Wagner” oder “Unterm Rad”. Seine anderen Bücher sind nicht weniger großartig, aber vielleicht findet man über die genannten am leichtesten einen Zugang zu seinem Werk.

Als nächstes interessiert mich nun Franz Kafka, von dem ich bisher nur “Die Verwandlung” gelesen habe, welches eine sehr deutliche, klare Sprache aufweist und das Leben eines jungen Mannes auf sehr bizarre Art und Weise beschreibt. Dazu habe ich mir in einem Anfall von naiver Begeisterung eine Buchsammlung gekauft, die neben seinen drei großen Romanfragmenten auch alle (zumindest sagt das der Sticker auf der Verpackungsfolie) Erzählungen enthält. Für 20 Euro. Ich bin gespannt.

Vorher habe ich mir aber gedacht, sollte ich mir als Student der Philosophie, wenigstens mal ein paar Klassiker dieser Wissenschaft zu Gemüte führen und so warten erstmal David Humes “Untersuchungen über den menschlichen Verstand”, Immanuel Kants “Kritik an der praktischen Vernunft” und Renè Descartes “Meditationen über die erste Philosophie” auf mich. Weitere sollen folgen.

Ich möchte noch dazu sagen, dass ich mich beim Lesen von Belletristik auf deutsche Schriftsteller beschränke. Wenn ich ein Buch von einem ausländischen Schriftsteller lese, habe ich immer Angst, mir kommt durch die Übersetzung die eigentliche Schönheit der vom Schriftsteller genutzten Sprache abhanden und es entsteht nicht die Atmosphäre, wie sie der Autor im Original erzeugt. So erging es mir bei “Der alte Mann und das Meer” von Ernest Hemingway oder “Der Fänger im Roggen” von J.D. Sanlinger. Und um es in der Originalsprache lesen zu können, sind meine Sprachkenntnisse zu schlecht.

Habt ihr Erfahrungen mit den genannten Literaten und Philosophen? Was sind eure Gedanken zu ihren Werken? Könnt ihr weitere Schriftsteller nennen, deren Werke euch bewegt haben? Und warum?

2 Kommentare

  1. Meine Mom musste neulich einen Vortrag zu Kant ausarbeiten und hat mir dann ihre Arbeit gezeigt… So richtig begeistern konnte ich mich für das Schaffen Kants nicht begeistern. Liegt aber auch daran, dass mir über Kant über mehrere Ecken (Wikipedia->Mutter->ich) berichtet wurde. Bei Themen, die selbst nicht mein Arbeits-/Studium-… gebiet betreffen (z.B. Astrophysik, Philosophie,…), bevorzuge ich eher populärwissenschaftliche Literatur.
    Und habe ich das richtig verstanden: du studierst Philosophie?

  2. Ich muss sagen, dass ich mich für Belletristik nicht so sehr begeistern kann, denn ich habe immer die Befürchtung, dass man nie so weiß auf was man sich da einlässt. Ob die erzählte Geschichte einen was gibt oder nicht. Doch so wie du die Werke beschreibst, habe ich wirklich Lust bekommen, mir diese genauer anzuschauen. Ich hoffe du kannst mir bei Gelegenheit ein paar seiner Werke ausleihen und vielleicht werde ich ab sofort nicht mehr stur an der Belletristikabteilung in der Buchhandlung vorbeigehen.

    @Matti:Ja das hast du richtig erkannt, Martin studiert Philosophie

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