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	<title>Xesier &#187; Marcel</title>
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		<title>Mittelpunkt</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Jan 2013 01:07:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die erschöpften Augen des Mannes suchen fast schon verzweifelt nach den zwei Bäumen, die wie ein V geformt sind, denn nur dort ist eine Übertragung möglich. Jedenfalls war das früher in seiner Kindheit so. Eigentlich dachte er immer, dass ihm noch mehr Zeit zur Verfügung steht. Doch man kann es sich nicht aussuchen und die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die erschöpften Augen des Mannes suchen fast schon verzweifelt nach den zwei Bäumen, die wie ein V geformt sind, denn nur dort ist eine Übertragung möglich. Jedenfalls war das früher in seiner Kindheit so. Eigentlich dachte er immer, dass ihm noch mehr Zeit zur Verfügung steht. Doch man kann es sich nicht aussuchen und die Stimmen, die sich immer hinter dem Rauschen des Windes versteckten, wurden allmählich lauter, und das anfängliche Flüstern von damals ist nun eine kräftige Stimme geworden, die jetzt nach ihm verlangt. Das vibrierende Amulett in seiner Jackentasche signalisierte ihm, dass der Ort ganz in der Nähe sein muss. Doch die Schneeflocken fangen im Wind langsam wieder an zu tanzen, sodass kaum noch etwas zu sehen ist. Sein Blick wandert und versucht den Tanz der dicken Schneeflocken auszuweichen. Plötzlich zwingt ihn eine Stimme, seine Konzentration zu unterbrechen. &#8220;Opa? Stimmt es, dass jede Schneeflocke einzigartig ist?&#8221;. Richtig, er hat ja Lukas extra mitgenommen, um ihn die Magie der Sterne zu zeigen. &#8220;Ja das stimmt. Jede Schneeflocke ist so einzigartig wie jeder einzelne Mensch einzigartig ist und so wie die Schneeflocken danach streben auf den Boden zu fallen, streben Menschen danach glücklich zu sein.&#8221;. Das nachdenkliche Gesicht des kleinen Jungen bringt das Lachen auf das Gesicht des Mannes zurück. &#8220;Was überlegst du gerade?&#8221;. &#8220;Naja es landen ja nicht alle Schneeflocken auf den Boden, heißt das, dass auch nicht alle Menschen glücklich werden?&#8221;. &#8220;Mhh, da ist was dran. Das Problem ist, dass die Menschen genauso wie die Schneeflocken nur bedingt beeinflussen können, wo sie landen. Die Frage dabei ist, was jeder einzelne eigentlich möchte.&#8221; Das Gesicht von Lukas fängt an zu strahlen. &#8220;Und Opa, was möchtest du?&#8221;. &#8220;Ich?&#8221; Ein herzhaftes Lachen erhellt den Wald. &#8220;Ich möchte dir etwas zeigen.&#8221; Das Licht des Mondes strahlt so hell, als wollte die runde, löchrige Kugel mal wieder damit angeben. &#8220;Und&#8230; wann kann ich es sehen?&#8221;. Die Hand des Großvaters deutet in Richtung des rötlichen Mondes. &#8220;Die Sterne will ich dir zeigen, die kannst du jederzeit sehen.&#8221;. Lukas runzelt die Stirn. Er war es ja gewohnt, dass sein Opa verrückte Sachen sagt, aber das mit den Sternen kann Lukas nicht so ganz nachvollziehen. Der Tanz zwischen Schnee und Wind wird langsam ruhiger und am Horizont, etwas östlich von ihnen auf einen kleinen Hügel, schimmert die Silhouette der beiden Bäume durch den trudelnden Schnee. &#8220;Lukas, es wird Zeit das wir endlich ankommen.&#8221;<span id="more-2003"></span></p>
<p>Das knirschende Eis unter den Beiden verstummt schlagartig, als sie durch eine vorbeiziehende Sternschnuppe gezwungen werden zu halten. Der glühende Feuerball, der so schnell verschwindet wie er aufgetaucht ist, versprüht eine unglaubliche Kraft und Magie, sodass es unmöglich ist, etwas anderes zu tun als ihn anzuschauen. In solchen Momenten weiß Lukas immer nicht, was er sich dabei wünschen sollte, denn für ihn ist es eigentlich viel zu anmaßend, die Sterne mit seinen Wünschen und Träumen zu belästigen. Die Stimme seines Großvaters verlangt in diesem Augenblick nach Aufmerksamkeit. &#8220;Und Lukas, was hast du dir gewünscht?&#8221; Der kleine Junge kann sich bei der Frage ein Schmunzeln nicht verkneifen. &#8220;Der Wunsch geht doch nicht in Erfüllung, wenn man ihn ausspricht, dass sagst du mir doch immer.&#8221; Der langsam austretende Dampf aus dem Mund des alten Mannes, ist die einzige Reaktion auf Lukas&#8217; Worte.<br />
Unter den komisch geformten Bäumen sind die Umrisse der kleinen morschen Holzbank von früher erkennbar, welche sich durch die Witterungsverhältnisse in einen Schneeblock verwandelt hat. Ohne dass er es will, beschleunigen sich die Schritte des alten Mannes. Sein Herzschlag rast bis zur Unendlichkeit und fängt langsam an, den ganzen Körper einzunehmen. Das Pochen in seinem Ohr wird immer lauter und übertönt die entfernten Laute seines Enkels. Atemlos schleichen Worte durch seinen aschgrauen Bart. &#8220;So wir sind da.&#8221;. </p>
<p>Lukas presst große Rauchwolken aus seinem Mund, als er sich umschaut und versucht das Besondere an dem Ort zu erkennen. &#8220;Ich sehe nichts.&#8221; Das angestrengte, konzentrierte Gesicht seines Großvaters zeichnet ein kleines Lächeln ab. &#8220;Es geht nicht darum, was wir sehen, sondern darum was wir nicht sehen!&#8221; Lukas seufzt und ist der Meinung, dass sein Opa nun endgültig auf dem Pfad der Ahnungslosen wandelt. &#8220;Lukas, du musst deine Augen schließen, um es zu erkennen.&#8221; Der Junge tut es widerwillig seinem Großvater gleich und schließt die Augen. Und plötzlich ist es da, dieses merkwürdige Gefühl, welches den ganzen Körper langsam einnimmt. Mit jedem Einatmen füllen sich die Lungen mit der Energie des Ortes. Alles fängt langsam an zu kribbeln und eine gütige, betäubende Wärme entsteht. Ein merkwürdiges Gefühl, das einem sogar bei so einer klirrenden Kälte ganz warm werden lässt. &#8220;Opa, was ist das?&#8221;. &#8220;Das Lukas, das ist die Energie der Wächter! Jedes funkelnde Licht am Himmel ist ein Wächter des Erinnerns.&#8221;. Lukas öffnet die Augen, dabei verlässt das wohlige Gefühl sogleich seinen Körper, sodass die Kälte ihn wieder in die Arme nimmt. &#8220;Wächter des Erinnerns?&#8221;. &#8220;Ja und jede Nacht aufs Neue müssen sie kämpfen, nicht etwa gegen die bedrohende Dunkelheit der Nacht, sondern sie müssen kämpfen, um von den Menschen wahrgenommen zu werden.&#8221;. &#8220;Und warum wollen die Sterne von den Menschen wahrgenommen werden?&#8221; Winzige Risse fressen sich durch den Boden und ein kaum spürbares Beben setzt ein. &#8220;Sie wollen wahrgenommen werden, weil&#8230;&#8221;. Das Amulett fängt so stark an zu zittern, als wolle es zerreißen. Eine magnetische Macht zerschneidet die milchige Luft, als blitzartig ein bläuliches, warmes Licht durch den Boden schießt und den Körper des alten Mannes verschluckt, um schließlich den Himmel zu berühren. Lukas versucht den Augenblick zu fassen und hetzt mit seinem Blick durch das Licht, doch kann seinen Großvater nirgends entdecken. Unverständliche Wörter prasseln auf die Lichtsäule ein, bis Lukas begreift, dass die Wörter seinen Opa nicht mehr erreichen.</p>
<p>Ein pulsierender, lähmender Schmerz durchdringt den ganzen Körper des alten Mannes. Seine Sicht verwischt immer mehr und ein dumpfes Geräusch überdeckt die Wörter seines Gegenübers. Stattdessen hört er wieder die flüsternden Stimmen und zwar klarer als je zuvor. Solch Reinheit in einer Stimme hat er noch nie gehört, kurz kommt ihm der Gedanke an Engeln in den Sinn. Mit einem Lächeln streicht er den Gedanken wieder aus seinem Kopf. Ihm ist klar, dass er gehen muss. Doch warum ist er so überrascht? Schließlich wusste er, was auf ihn zukommt. Bilder aus seinem Leben schießen durch seinen Kopf. Rückblickend betrachtet kommt ihm das Leben vor wie eine Fahrt in einem Karussell. Zuerst dreht es sich langsam und man kann das bunte Leben in all seinen Facetten sehen. Doch dann gewöhnt man sich daran und es dreht sich immer schneller und schneller und die Farben fangen dabei allmählich an zu verwischen, bis irgendwann alles nur noch grau erscheint und man sich nicht mehr an die farbige Vielfalt von früher erinnern kann. Doch er spürt, dass es nicht ganz der Wahrheit entsprechen kann. Der Schattenriss der Vergangenheit nimmt langsam immer mehr Form an und er fühlt, dass er vor langer Zeit ein Geheimnis in seinem Herzen eingeschlossen hat, doch ihm rennt die Zeit davon, um weiter danach zu suchen, schließlich muss er seinem Enkel noch etwas Wichtiges sagen. Er konzentriert sich auf seine Stimme und legt all seine Energie hinein. &#8220;Lukas hörst du mich?&#8221;. Die Stimme seines Großvaters übertönt das beständige Rauschen des Lichtes. Mit einer Mischung aus Angst und Hoffnung bejaht Lukas die Frage seines Großvaters. Dieser fühlt jedoch wie sein Körper sich langsam im warmen Funkeln auflöst. Es ist also an der Zeit die Wörter, die sein Großvater ihm damals an diesem Ort sagte, weiterzugeben. &#8220;Wir beide, du und ich, wir sind Sternenkinder, doch für mich ist die Zeit gekommen ein Wächter zu werden. Die Wünsche und Träume der Menschen dürfen nicht in Vergessenheit geraten, denn das ist die Aufgabe der Sterne. Und vergiss niemals: Du bist der Mittelpunkt deines Lebens, so wie ich der Mittelpunkt meines Lebens bin. In dir ist deine Vergangenheit und deine Zukunft vereint, und sie beeinflussen dich damit in deinem Handeln. Und da ich ein Teil deiner Vergangenheit bin, handle ich durch dich, auch wenn ich nicht immer bei dir bin.&#8221; </p>
<p>Lukas versucht das Gesagte zu verstehen und ordnet seinen Kopf, um geeignete Worte zu finden, doch ihm fällt nichts ein und so schaut er schweigend dem schwindenden Licht, welches mit jeder Sekunde schneller nach oben klettert, nach. Das einzige, was das Licht hinterlassen hat, ist ein funkelnder Stern hoch oben in der Dunkelheit. In Lukas breitet sich ein Gefühl der Leere aus, er ist sich nicht sicher ob es Hunger oder der Verlust seines Großvaters ist. Tatsache ist, dass es weh tut. Die Kälte des Ortes sagt ihm, dass es Zeit ist, langsam nach Hause zu gehen. Als er seine Hände in die Hosentaschen steckt, spürt er einen spitzen Gegenstand. Die Verwunderung, wie genau der Gegenstand in die Tasche gekommen ist, verfliegt recht schnell. Bei genauerer Betrachtung sieht das dunkelblaue Amulett, mit all den vielen Beulen und Kratzern, gar nicht mehr so schön aus. Plötzlich fängt es an zu flackern und ein blitzartiger Impuls durchschlägt den Körper des kleinen Jungen. Und auf einmal sind seine Gedanken geordnet und er spürt es. Es gibt nur den Augenblick im Mittelpunkt. </p>
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		<pubDate>Mon, 17 Sep 2012 19:45:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8230;KANNST DU ES SPÜREN? Schon wieder höre ich diese Worte, diese fragenden Worte die sich mit einem kreischenden Geräusch immer tiefer, Schicht für Schicht in meinen Schädel bohren. Ich bekomme Gänsehaut von dem Gefühl Gänsehaut zu haben. Alles fängt langsam an zu kribbeln und nur ein kritischer Blick nach unten versichert mir, dass es doch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;KANNST DU ES SPÜREN?<br />
Schon wieder höre ich diese Worte, diese fragenden Worte die sich mit einem kreischenden Geräusch immer tiefer, Schicht für Schicht in meinen Schädel bohren. Ich bekomme Gänsehaut von dem Gefühl Gänsehaut zu haben. Alles fängt langsam an zu kribbeln und nur ein kritischer Blick nach unten versichert mir, dass es doch keine kleine Insekten sind, die an mir hoch krabbeln. Mein Kopf pulsiert und ist endlich bereit um sein Inneres endlich nach Außen zu tragen. Alles bewegt sich um mich herum immer schneller und schneller. Ich bleibe stehen, wie viel Zeit gerade vergeht kann ich nicht sagen. Wieder verlangen die Wörter in meinem Kopf schmerzhaft nach Antworten die ich nicht geben kann.<span id="more-1886"></span><br />
&#8230;KANNST DU ES SPÜREN?<br />
Was soll ich spüren, das Leben? Ich habe keine Antwort, weil ich die Frage nicht verstehe. Grenzenlose Verwunderung breitet sich in mir aus. Diese leere Ahnungslosigkeit drückt langsam meinen Hals zu, ich ringe nach Luft und versuche den tauben Schmerz von mir zu streifen. Konzentriert gucke ich in den Spiegel und erkenne nicht was ich sehe. Meine zittrigen Finger streichen langsam über das Gesicht meines viel zu kalten Ebenbildes. Das Funkeln in den Augen mit dem aufrichtigen Lächeln ist schon lange keine Selbstverständlichkeit mehr. Töne der Vergangenheit greifen mich an und dringen schleichend in meine innersten Gedanken ein. Dunkle Zeitfetzen meines verflossenen Daseins legen sich auf meine Wahrnehmung und die bekannte scharfkantige Realität ergraut und verwischt immer mehr. Ich versuche diese Taubheit aus meinen Gliedern zu schütteln, doch die einnehmenden Wörter schlagen elektrisierend wie ein Blitz in mir ein.<br />
&#8230;KANNST DU ES SPÜREN?<br />
Ich sehe Bilder von früher, die mir mit einer deutlichen Sprache sagen warum ich so geworden bin. Es gibt keinen Raum für Zweifel und mir wird mit beängstigender Präzision gezeigt, dass die Zukunft nicht besser aussieht wenn sich nichts ändert. Was bringen mir die ganzen Erfahrungen wenn ich nichts aus ihnen gelernt habe?<br />
Auf dem Boden zerspringt meine Wahrnehmung über die Wahrheit in tausende kleine Splitter. Ich schaue auf mein Leben mit einem völlig neuen Blick, alles wirkt so klar und eindeutig. Und doch weiß ich nicht, wie ich mich ändern kann. Diese bedrückende Enge raubt mir den Verstand. Erst jetzt merke ich, dass ich von Sackgassen und Lügen umgeben bin, die vorgeben den Weg zu kennen, doch letztendlich nur in einer weiteren Sackgasse enden. Alles hält mich davon ab meinen Weg zu gehen. Was ist richtig und was ist falsch, früher glaubte ich Antworten auf diese Fragen zu haben, doch jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher. Ich habe das Gefühl, meine Vergangenheit verloren zu haben, doch wie kann ich etwas verlieren was ich nie besessen habe? Nun stehe ich hier und weiß nicht was ich machen kann. Ich schaue nach oben und sehe ein kleines glitzerndes Licht und pötzlich durchstömt mich eine Wärme und die Schmerzen haben nun keine Bedeutung mehr.<br />
&#8230;KANNST DU ES SPÜREN?</p>
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		<title>Reise</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Jun 2012 10:00:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nun stehe ich nach all den Jahren wieder hier am Fuße der schmalen Steintreppe. Irgendwie kann ich das immer noch nicht begreifen. Meine Augen suchen nach etwas Vertrautem, denn irgendwas stimmt hier nicht. Im Zentrum meines Blickfeldes ist die alte Eiche, die solange ich diesen Ort kenne, eine Brandspur in Form eines nach unten gerichteten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nun stehe ich nach all den Jahren wieder hier am Fuße der schmalen Steintreppe. Irgendwie kann ich das immer noch nicht begreifen. Meine Augen suchen nach etwas Vertrautem, denn irgendwas stimmt hier nicht. Im Zentrum meines Blickfeldes ist die alte Eiche, die solange ich diesen Ort kenne, eine Brandspur in Form eines nach unten gerichteten schwarzen Pfeils hat. Vermutlich wurde sie mal von einem Blitz getroffen. Kaum zu glauben, dass eine so unkontrollierbare Kraft, so ein filigranes Muster hervorbringen kann. Wie lange sie hier wohl schon steht; 100, 200 oder gar 500 Jahre?<span id="more-1948"></span><br />
Mit langsamen Schritten nähere ich mich dem toten Lebewesen. Unter der Erdoberfläche pulsieren die weitverzweigten Wurzeln, dabei habe ich das Gefühl, dass diese immer noch auf der endlosen Suche nach Nährstoffen sind. Meine viel zu laut knirschenden Schritte werden immer kleiner, bis mein Körper die Bewegung ganz einstellt und eine fast viel zu verdächtige Ruhe eintritt. Ich glaube es ist die imposante Erscheinung, welche mich daran hindert, meine plumpem Schritte weiter fortzusetzen. Tiefe Bewunderung breitet sich in meinem Körper aus. Der Baum und ich stehen uns schutzlos gegenüber. Dabei kann ich bis in die kranke, alte Seele des Baumes schauen, ich werde das beunruhigende Gefühl nicht los, dass mein Gegenüber es mir gleich tut und alle meine Fehltritte, Geheimnisse, Erfahrungen, Zweifel und Wünsche bemerkt, doch um etwas zu erkennen, muss ich all das hinter mir lassen. Auf eine komische Art und Weise fühle ich mich mit diesem halbtoten Gewächs verbunden. Irgendwie ein unheimlicher Einfall, um nicht weiter in dieses Gedankenkonstrukt  zu versinken, wende ich mich ab und gehe nun wieder zurück. Plötzlich fällt mir auf, dass ich mir zum ersten Mal diese ungewöhnliche Pflanze genauer angeschaut habe. Schon komisch, wahrscheinlich hatte ich für solche Dinge früher einfach keine Zeit oder ich hatte schlichtweg keine Lust dazu. Das macht mich irgendwie traurig, warum weiß man im Nachhinein erst immer alles besser, beziehungsweise ist davon überzeugt es besser zu wissen?</p>
<p>Obwohl ich den alten Baum eindeutig wiedererkenne und es anscheinend der Wald von damals ist, wirkt alles hier so befremdlich und verzerrt, fast so wie in einem Traum. Als wenn die Bäume um mich herum versuchen etwas zu sein, was sie schon lange nicht mehr sind. Sie erscheinen mir als leere Hüllen, die durch Verkleidungen und Masken versuchen die Vergangenheit widerzuspiegeln, um so von ihrer Verlassenheit abzulenken. Doch was bringt es, weiter darüber nachzudenken? Ich versuche meine Gefühlswelt unter Kontrolle zu bringen und nehme die ersten Stufen der Steintreppe, dabei bemerke ich, dass das hölzerne Geländer, bei dem ich mir immer einen Schieber an der rechten Hand zugezogen habe, nicht mehr da ist. Oder habe ich mir das damals nur eingebildet? Nein, denn weiter oben sehe ich, wie aus dem Boden noch vereinzelt, faulige und mit Löchern übersäte Holzpfeiler ragen. Dabei werde ich den Eindruck nicht los, dass sie die Luft aufspießen wollen. Die Vorstellung gruselt mich und ich setzte meinen Weg fort.<br />
Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass mir der Aufstieg immer viel Spaß bereitet hat, denn obwohl es anstrengend war, konnte die Vorfreude auf einen tollen Nachmittag mir die Strapazen des zermürbenden Weges nehmen. Am Wegesrand sah ich manchmal sogar vereinzelt wunderschöne Blumen. Doch wenn ich mich hier jetzt so umschaue, entdecke ich keine Einzige. Aber vielleicht suche ich ja zu energisch danach, mir hat mal jemand gesagt, dass man die schönsten Blumen nicht sucht, sondern sie ganz einfach findet, so ähnlich wie bei dem Glücksklee. Ich glaube, dass was ich hier sehe, klassifizieren die meisten Menschen als Unkraut. Nicht gerade eine passende Bezeichnung, denn wenn ich mir die Pflanzen genauer betrachte, muss ich mir eingestehen, dass einige davon doch recht nett anzuschauen sind. Wer bestimmt eigentlich, was Unkraut ist und was nicht, kann man das einfach so festlegen? Soll das heißen, es sind Pflanzen nicht erwünscht sind? Deplatziert zu sein ist keine schöne Vorstellung, aber hier am Waldesrand haben alle die gleichen Chancen, es spielt keine Rolle mehr, ob man schön aussieht oder gut riecht. Hier an dieser Stelle wächst, was hier wachsen will und wachsen kann.</p>
<p>Leicht frustriert schaue ich in den Himmel und merke, dass mir der schleichende Farbübergang von blau zu rot erst jetzt so richtig aufgefallen ist. Ein warmes, kribbelndes Gefühl steigt in mir auf und ich fange an wie blöd zu grinsen, wahrscheinlich schütten gerade irgendwelche Enzyme in meinem Kopf haufenweise Glücksgefühle aus. Doch warum weiß ich nicht, das ist letztendlich ja auch egal, Hauptsache es fühlt sich gut an. Mein leicht knurrender Magen signalisiert mir, dass ich mich langsam beeilen sollte, doch das muss ich gar nicht mehr, denn ich bin schon fast oben angekommen. Meine Schritte beschleunigen sich, sodass ich fast ins Straucheln komme. Mit jedem einzelnen Schritt merke ich, dass ich noch am Leben bin und die steigende Anstrengung gibt mir die Gewissheit, dass ich gleich mein Ziel erreicht habe. Mein Atem ist komplett verbraucht und mein Puls rast, als würde er zum Takt eines sehr schnellen Liedes spielen. Doch nun stehe ich endlich auf Stufe 420 und muss mich kurz sammeln. Sofort steigt mir der vertraute leicht würzige Duft von Flieder und Pfefferminz in die Nase. Ich schließe meine Augen, um mich nur auf dieses weiche Aroma zu konzentrieren.    </p>
<p>Nicht viele kennen diesen Ort. Ich bin mir nicht mal sicher, ob außer mir noch jemand diesen Ort kennt. Doch die kleine, weiße Bank verrät mir, dass Menschen hier gewesen sein müssen. Der Hügel war immer ein Rückzugsort, den ich besuchen konnte. Hier gab es keine Probleme, keine Zeit, kein Raum und keine Existenz. Oder anders ausgedrückt, diese Faktoren spielten hier nur eine untergeordnete Rolle. Dieser Ort hatte etwas magisches. Es waren durchweg positive Erinnerungen, alles war so wunderschön, so als ob es aus einem bunten Bilderbuch entsprungen ist.Ich kann gar nicht sagen wie lange ich nicht mehr hier oben auf dem Hügel war. Durch die lange Zeit in Abwesenheit, habe ich ganz vergessen, dass man von hier sogar über den kleinen Wald sehen kann. Am Horizont erstreckt sich der Umriss einer Stadt, die so winzig aussieht, dass es fast schon lächerlich erscheint, dort nur einer unter Tausenden zu sein. Alles sieht immer noch genauso aus und doch ist alles Anders. Irgendwas hat sich verändert, es ist kalt geworden. Ich habe das Gefühl seit langem einen alten Freund zu besuchen, doch zu meinem Bedauern muss ich feststellen, dass wir keine Freunde mehr sind, denn ich schaue in ein mir unbekanntes Gesicht. Ein grauer Schleier hat sich auf unsere gemeinsame Erinnerung gelegt, ich sehe die Vergangenheit nur noch in blassen Farben. Früher war alles so viel klarer, doch jetzt ist alles nur noch verschwommen.</p>
<p>Mein Blick wandert weiter und ich entdecke auf der Bank ein Kind. Die Neugierde und der Eindruck dieses Kind irgendwoher zu kennen bewegen mein Beine von selbst. Mein langgezogener Schatten verschlingt langsam die Konturen des Kindes. Unsere Blicke treffen sich, plötzlich schlägt mich die Erkenntnis mit voller Härter, sodass es mir schwer fällt weiter zu atmen. Denn gerade in diesem Moment, schaue ich in mein eigenes Gesicht. Das Kind bin ich! Doch anders als ich, sieht es sorglos und fröhlich aus, keine Anzeichen von Zweifel, Hass oder Missgunst. Es wurde noch nicht von der Zeit durchlöchert. Doch was ist nur passiert, dass ich mich heute so sehr von meinem früheren Ich unterscheide? Wie kann so etwas abstraktes und ausgedachtes wie Zeit nur so einen enormen Einfluss haben? Ich werde mit jedem Tag den ich aufwache älter, doch es ist so ein schleichender Prozess, dass es mir nie so bewusst gewesen ist. Ich habe so viele Fragen die ich alle nicht stellen kann, ich sehe vereinzelt Bilder von früher und dabei merke ich, dass sie für mein weiteres Leben kaum noch Bedeutung haben. Das Gefühl des Verlustes breitet sich unaufhörlich in meinem Körper aus. In meinem Kopf höre ich einen mir vertrauten Namen, doch ist es zu leise, um bestimmen zu können wer gerufen wird. Plötzlich ertönt Lautstark ein Fluchen hinter uns, ein alter Mann steht auf der letzten Stufe der Treppe und kommt mit langsamen Schritten auf uns zu. Ich bin verwirrt und habe Angst, mein jüngeres Ich klammert sich an mein rechtes Bein. Die rufende Stimme in meinem Kopf wird immer lauter und lauter, bis ich merke dass es mein Name ist, der gerufen wird.</p>
<p>Ich wurde mit einer unvorbereiteten Endgültigkeit aus diesem Tagtraum gerissen, sodass ich für eine Weile völlig neben mir stehe. Denn alles was ich gerade erlebt habe war so real, doch dieser komische Ort existiert nur in meinen Gedanken. Es ist ein Rückzugsort, den ich mir vor langer Zeit ausdachte. Doch letztendlich ist dieser genauso real und existent wie ich, denn ich bin real. Die neue Kulisse in der ich mich nun befinde, ist die Stadt und ich fühle mich wieder einsam und bedeutungslos, nur einer unter Tausenden. Mein Gesicht spiegelt sich in einer dreckigen Pfütze und ich weiß nicht was ich denken soll. Es fängt an zu regnen, aber das ist schon in Ordnung. Ich glaube heute nehme ich mal wieder den längeren Weg nach hause. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass früher alles besser war. Das letzte Bild was mir von diesem Tag im Gedächtnis geblieben ist, waren die Konturen des alten, zerknitterten Gesichtes, dabei habe ich die Hoffnung, dass es keine Tränen in den Augen des Mannes waren, sondern Schweiß von der anstrengenden Reise. </p>
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		<title>Tüte</title>
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		<pubDate>Wed, 02 May 2012 05:28:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schon traurig wie der Zahn der Zeit auch vor dir nicht Halt macht. Mit all den Falten im Gesicht erkenne ich dich kaum wieder, aber die Schuld, dass du so fertig aussiehst, muss ich wohl bei mir suchen, denn ich habe dich in unserer gemeinsamen Zeit einfach nicht gut behandelt. Und wenn ich dich jetzt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schon traurig wie der Zahn der Zeit auch vor dir nicht Halt macht. Mit all den Falten im Gesicht erkenne ich dich kaum wieder, aber die Schuld, dass du so fertig aussiehst, muss ich wohl bei mir suchen, denn ich habe dich in unserer gemeinsamen Zeit einfach nicht gut behandelt. Und wenn ich dich jetzt so ansehe frage ich mich warum?<span id="more-1877"></span> </p>
<p>Der rote H und M Schriftzug, der dir augenscheinlich von der Gesellschaft aufgezwungen wurde und sich jeweils auf deiner Brust und deinem Rücken befindet, erinnert mich stark an Blut und ich muss ihn anfassen, um sicherzugehen, dass ich mich irre. Bei der Berührung merke ich, dass deine sonst Fliederfarbende Haut, trotz der äußeren Erscheinung, immer noch elastisch und geschmeidig ist. Doch selbst diese ist mit weißen H und M Symbolen tätowiert, sodass es schwer fällt, deine wahre Schönheit zu sehen. Ich frage mich was du denkst, doch werde ich es niemals herausfinden, denn die einzige Kommunikation die du mit mir tätigst, ist dein leises Knistern, sobald ich dich anfasse. Deine roten Arme, die ich immer gerne berührt habe, sind durch deine Arbeit mit tiefen Einkerbungen signiert. Ich sehe in dich Hinein und erst jetzt entdecke ich zwei klaffende Wunden, einmal direkt unter dem Blutrotem M auf deinem Rücken und dann nochmal auf deiner Brust, mit gewissen Abstand über dem Großen M. Ich weiß nicht was ich davon halten soll, denn obwohl es dir so schlecht geht, liegst du immer noch in der Ecke und wartest auf deinen nächsten Einsatz. </p>
<p>Ich erinnere mich noch daran, wie wir uns das erste Mal begegnet sind, ich habe mir ein Buch, von einem mir vertrauten Menschen ausgeliehen, aber das Buch wurde mir nicht einfach so überreicht und so wurde dir die Aufgabe zuteil, das Buch vor äußeren Einflüssen zu schützen. Dabei weiß  ich nicht, ob du für die Aufgabe von der Person extra ausgesucht wurdest oder ob du einfach nur zufällig am entscheidenden Ort warst, jedenfalls hast du das Buch mit deinem Körper umschlossen und in deine Obhut genommen. Doch  ich frage mich, wer dich eigentlich in solchen Momenten beschützt? Erst jetzt muss ich erkennen, dass Niemand dich beschützt, denn es soll dich Niemand beschützen. Du bist nur Mittel zum Zweck. Und so habe ich dich auch behandelt, ich habe an dir gezogen, dich zusammen gequetscht, dich dreckig gemacht, dich gekratzt und voll gestopft. Dabei ist nach all der Zeit dein Glanz von früher verflogen, verstehe mich nicht falsch, du glänzt immer noch, aber das ist nur das Polyethylen in dir. Und genau das ist auch das Problem, denn Polyethylen entsteht durch Polymerisation von Ethen, dieser gasförmige Stoff wird durch petrolchemische Verarbeitung von Erdöl gewonnen und ist somit endlich. Hinzukommt das Polyethylen ohne spezielle Behandlung biologisch nicht abbaubar ist. An sich ist das eigentlich kein Problem, denn man muss es ja nur sammeln und wenn die Zeit gekommen ist recyceln. Doch leider verfolgt nicht jeder dieses Ziel und somit geht die Umwelt langsam zugrunde. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass auf dem offenen Meer viele Meerestiere und Vögel sterben, da sie Plastiktüten verschlucken und ersticken, beziehungsweise sich darin verheddern und somit leichte Beute sind.    </p>
<p>Wenn ich so darüber nachdenke weiß ich nicht, ob ich deine Dienste weiter in Anspruch nehmen sollte. Du kannst nichts dafür, dass Menschen nicht mit dir umgehen können, das ist mir klar. Doch es muss etwas geschehen, denn so kann es nicht weitergehen. Du bist überall vorzufinden, aber an und für sich wirst du doch gar nicht mehr benötigt oder? Was zeichnet dich aus, man kann Sachen bis zu einer gewissen Größe und Schwere mit dir transportieren, aber das haben schon Andere vor dir erfunden. Das kann auch nicht der Grund sein, warum du so beliebt bist. Deine Herstellungskosten sind niedrig und man kann dich gut für Werbezwecke missbrauchen und deine Haut wird von Salzlösungen, Laugen und den meisten anorganischen Stoffen nicht angegriffen. An sich sind das gute Gründe dich zu behalten, doch nur weil etwas nützlich ist, ist es noch lange nicht notwendig. Also kann ich  mir ein Leben ohne dich vorstellen. Ich brauche dich nicht mehr, denn es gibt noch Beutel, Taschen und Säcke, da ist kein Platz mehr für dich. </p>
<p>Und so wirst du wie Alles in der Welt irgendwann vergessen. Was die Zukunft zeigt kann ich nicht sagen, denn es ist ein Prozess und ich bin, so wie du, nur Einer von Vielen.<br />
Ich schaue aus dem Fenster und sehe die weißen Überreste eines Freundes im Wind der Vergessenheit tanzen, dabei frage ich mich, ob der Wind mit ihnen spielt oder andersherum, ich kann es nicht erkennen, ich spüre nur die Freiheit auf meiner Haut und wünsche dir viel Glück. Ist es ein Verlust? Ich weiß es nicht.  </p>
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		<title>Es wird Zeit</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Nov 2011 20:38:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>

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		<description><![CDATA[Was ist Raum und was ist Zeit? Ich bin im Zentrum und alles Andere um mich herum verschwimmt im warmen Licht der Belanglosigkeit. Ich sehe die Silhouette eines kargen Baumes langsam an mir vorbeiziehen. In meinem Mund breitet sich der Geschmack warmen Blutes aus und der Dunst der Vergänglichkeit steigt mir in die Nase. Das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was ist Raum und was ist Zeit? Ich bin im Zentrum und alles Andere um mich herum verschwimmt im warmen Licht der Belanglosigkeit. Ich sehe die Silhouette eines kargen Baumes langsam an mir vorbeiziehen. In meinem Mund breitet sich der Geschmack warmen Blutes aus und der Dunst der Vergänglichkeit steigt mir in die Nase. Das schwarze Krächzen in meinem Ohr übertönt die erdrückende Leere, die sich langsam in meinem Inneren ausbreitet. Es fühlt sich so an, als wenn mir langsam die Farbe aus meinen Leben gesaugt wird. Es wird immer blasser und verschwommener. Alle meine erlangten Erfahrungen und Erkenntnisse haben nun keine Gewichtung mehr. Als Kind hatte ich Träume und Wünsche, ich wollte doch noch so viel lernen und erleben, doch wo ist das alles jetzt. Habe ich mich auf dem Weg meines Lebens selbst verloren?</p>
<p>Warum war ich auf der Welt, wenn ich nun doch gehen muss? Es hat mich Niemand gefragt, ob ich das alles möchte. Ich konnte es mir nicht aussuchen, ich war einfach da und nur weil sich zwei Menschen dafür entschieden haben Nachwuchs zu bekommen. Nun kommt der Tod mit einer plötzlichen Endgültigkeit auf mich zu und ich werde langsam müde. Warum steht man am Ende immer alleine da? Doch so alleine bin ich dann doch nicht in Anbetracht der Tatsache, dass mit mir gerade Menschen sterben. Irgendwie komisch, dass sich auch ohne mich Alles weiter drehen wird. Hatte ich eigentlich ein schönes Leben, hätte ich mehr machen sollen? Sind das überhaupt Fragen die ich mir jetzt stellen sollte, aber wenn nicht jetzt, wann dann? Bin ich eigentlich noch der Mensch der ich gestern war, oder habe ich mich durch die Tatsache, dass ich gleich sterben werde verändert? Soll ich positiv oder negativ auf mein Leben zurückblicken und was zeichnete mich als Person eigentlich aus? Ich habe darauf traurigerweise keine Antworten, aber dennoch glaube ich es ist alles gut, denn es ist ja gleich vorbei. Irgendwie sehe ich mein Leben nicht an mir vorbeiziehen. Mir hat mal jemand gesagt, dass man Musik hört wenn es soweit ist. Doch hier ist nur absolute Stille. Kalte Stille.</p>
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		<title>Ich stell nur Fragen&#8230;</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Oct 2011 23:18:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Privat]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin leicht verwirrt, denn ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich auf mich hören sollte. Ich kann mir selbst keinen Glauben mehr schenken, da ich nicht weiß, was ich möchte. Doch selbst, wenn ich das Wissen besitzen würde, wäre immer noch nicht geklärt, auf was in mir ich hören sollte. Auf meinen Verstand [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin leicht verwirrt, denn ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich auf mich hören sollte. Ich kann mir selbst keinen Glauben mehr schenken, da ich nicht weiß, was ich möchte. Doch selbst, wenn ich das Wissen besitzen würde, wäre immer noch nicht geklärt, auf was in mir ich hören sollte. Auf meinen Verstand oder auf meine Gefühle und Emotionen? Was hat mehr Bedeutung? Muss ich das für mich selbst herausfinden oder ist es von Situation zu Situation unterschiedlich?<span id="more-1637"></span> </p>
<p>In Psychologie haben wir einmal die drei Instanzen genauer unter die Lupe genommen. Es wird davon ausgegangen, dass sich in jedem Menschen drei konkurrierenden Ebenen (Über-Ich, Ich, Es) befinden. Dabei ist das Über-Ich alles, was mit Normen, Gesetze und Moral zu tun hat. Dem gegenüber steht das Es, welches unsere versteckten Wünsche, Bedürfnisse und Triebe ausdrückt. Und das Ich befindet sich zwischen den beiden, wird von diesen beeinflusst und hat die bemitleidenswerte Aufgabe zwischen ihnen zu vermitteln.</p>
<p>Ich bin ein Mensch, der glaubt einen Körper zu besitzen, bin aber gleichzeitig nur Teil von ihm. Wie kann ich an etwas Besitzansprüche stellen, wenn ich selbst nur ein Teil des Zu-Besitzendem bin? Ich, als ein denkendes und fühlendes Individuum, habe eigenen Interessen und Wertvorstellungen. Gleichzeitig lebe ich mit anderen meiner Art in einer Gesellschaft, welche ebenfalls eigene Interessen und Wertvorstellungen hat. Aber was ist, wenn meine Wünsche und Bedürfnisse, die der Gesellschaft widersprechen? Soll ich jetzt versuchen meine eigenen Interessen zu verfolgen oder die der Gesellschaft? Ich selbst bin ein kleiner Teil einer Gesellschaft und die Gesellschaft ist ein Teil von mir. Beide Seiten profitieren voneinander. Der große Unterschied dabei ist, dass die Gesellschaft ohne Weiteres auf mich als Einzelperson verzichten kann, doch ich hingegen bekomme arge Probleme, wenn ich mich entschließe, auf diese zu verzichten. Sollte ich nun auf mein Über-Ich hören oder auf mein Es? Da beide Seiten zu mir als Person gehören und mich zu dem gemacht haben, was ich bin, kann ich mich wohl nie komplett für eine Seite entscheiden.</p>
<p>Ich bin eine Einheit aus vielem und erst alles in mir macht mich zu meinem ich. Jeder Mensch hat eine eigene Erziehnung und eine eigene Erfahrung, die ihn zu dem Menschen gemacht haben, der er ist. Ist man als alter Mensch noch der Mensch der man als junger war? Sieht man, wenn man in die Vergangenheit schaut sich selbst oder einen fremden Menschen? Hat man andere Ziele, sieht man die Welt mit einen anderen Blick und wenn ja, woher weiß ich in jungen Jahren, was ich später möchte und wie kann ich darauf hinarbeiten oder ist das irrelevant, da ich mich mit den Aufgaben und Zielen, die ich mir setze, mich selbst weiterentwickle und so quasi der Weg das Ziel ist?</p>
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		<title>Lebensweg</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Sep 2011 11:14:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wofür lohnt es sich Zeit zu verschwenden oder anders ausgedrückt: Wann verschwende ich meine Zeit nicht durch irgendwelche Tätigkeiten? Sie schreitet unaufhörlich voran, dagegen kann man nichts machen. Selbst jetzt, genau in diesem Moment, wenn ich diese Gedanken zum Ausdruck bringe, habe ich Zeit verschwendet, beziehungsweise investiert, und falls ich irgendwann dies hier lesen sollte, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wofür lohnt es sich Zeit zu verschwenden oder anders ausgedrückt: Wann verschwende ich meine Zeit nicht durch irgendwelche Tätigkeiten? Sie schreitet unaufhörlich voran, dagegen kann man nichts machen. Selbst jetzt, genau in diesem Moment, wenn ich diese Gedanken zum Ausdruck bringe, habe ich Zeit verschwendet, beziehungsweise investiert, und falls ich irgendwann dies hier lesen sollte, habe ich wieder Zeit verschwendet. Das Problem dabei ist, dass ich nicht unendlich viel davon zur Verfügung habe. Aus diesem Grund sollte ich mir genau überlegen, was ich mit ihr anfangen soll. Was möchte ich erreichen? In welche Richtung will ich gehen? Will ich überhaupt etwas erreichen und wenn ja, wo ist die verdammte Richtung?<span id="more-1543"></span></p>
<p>Anscheinend mache ich auch einen Unterschied zwischen verschwendeter und investierter Zeit. Die Frage ist, wann verschwende ich Zeit und wann investiere ich diese? Wenn ich zum Beispiel arbeite, investiere ich, da ich die Zeit, welche durch die Arbeit verstreicht, nutze um eine gewisse Leistung zu erbringen, die mir später mit Geld vergütet wird. Also habe ich Zeit geopfert, in dem Wissen später etwas dafür zu bekommen, vorausgesetzt die Leistung, die ich in der Zeit erbracht habe, stimmt mit den Anforderungen überein, welche die Arbeit erfordert. Daher ist die investierte Zeit, das Handeln des Menschen, das ihm später einen gewissen Nutzen oder Vorteil erbringt. Da jeder Mensch Nutzen und Vorteil anders definiert, kann die Frage nur schwer verallgemeinert werden. Denn was man selbst für richtig erachtet, muss für andere nicht zwangsweise auch richtig sein. Aber wahrscheinlich spielt auch die Erfahrung, die ich bei einer Tätigkeit sammle eine wichtige Rolle. Denn durch diese spezielle Erfahrung, habe ich das Gefühl die Zeit gut oder schlecht genutzt zu  haben.  </p>
<p>Das Handeln wird demzufolge von jedem Menschen anders wahrgenommen, und so entscheidet jeder für sich, ob es sich dabei um eine Verschwendung oder eine Bereicherung handelt. Aber warum sehen Menschen ein und dasselbe so unterschiedlich? Wegen unterschiedlicher Erziehung, Moral und Zielen? Ich sammle letztendlich immer Erfahrungen, durch mein Handeln und die Tätigkeiten, die ich ausübe. Also kann ich doch gar keine Zeit verschwenden, da ich ja trotzdem etwas dazulerne, aber nicht jede bringt mich auch auf meinem gewünschten Lebensweg weiter.</p>
<p>Aber was genau sollte man nun im Leben anstreben? Wir leben in einer Zeit der Spezialisierung, man sucht sich ein Themengebiet aus und eignet sich Fähigkeiten an, die einen nur in eine bestimmte Richtung weiterbringen. Aber ist das auf die Dauer nicht etwas eintönig, wäre es nicht viel besser, wenn man versucht, sich im Leben unterschiedliche Fähigkeiten anzueignen, um sich weiter zu verzweigen? Fördert das nicht sogar die Persönlichkeitsentwicklung, da man frei entscheiden kann, welche Richtungen man einschlägt und wie intensiv man sich mit den einzelnen Bereichen beschäftigt? Denn nur dadurch bekomme ich einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten, die das Leben für mich bereithält.</p>
<p>Doch was hindert mich daran mich frei zu entfalten, mein eigener Wille, meine Bequemlichkeit oder sogar die Gesellschaft selbst? Egal für welchen Weg man sich nun entscheidet, das Wichtigste ist doch, dass es einen selbst glücklich macht, wie auch immer das gehen soll. Ich persönlich habe das Glück immer an verschiedene Bedingungen geknüpft, aber vielleicht ist das ja auch der falsche Weg. Vielleicht sollte man aufhören, das Glück zu suchen und einfach glücklich sein?</p>
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		<title>Fotonica: Der Weg ist das Ziel</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Jul 2011 19:08:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In dem Spiel Fotonica liegt der Fokus im Rennen und Springen. Das Timing ist hier außerordentlich wichtig, denn sonst kommt man nicht durch die abstrakt gestalteten Levels. Ich habe Fotonica selbst nicht gespielt und kann deswegen nichts Genaueres sagen, aber das Video macht Lust auf mehr. Wer Interesse hat, sollte sich mal die Demo anschauen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/26538667" width="600" height="338" frameborder="0"></iframe></p>
<p>In dem Spiel <a href="http://www.fotonica-game.com/">Fotonica</a> liegt der Fokus im Rennen und Springen. Das Timing ist hier außerordentlich wichtig, denn sonst kommt man nicht durch die abstrakt gestalteten Levels. Ich habe Fotonica selbst nicht gespielt und kann deswegen nichts Genaueres sagen, aber das Video macht Lust auf mehr. Wer Interesse hat, sollte sich mal die <a href="http://www.kongregate.com/games/SantaRagione/fotonica">Demo</a> anschauen. </p>
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		<title>Proun</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Jul 2011 18:13:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Proun steht ab sofort zum Download bereit. Ich habe am Anfang des Jahres kurz von dem Spiel berichtet. Es handelt sich um eine Art Rennspiel, wo eine Kugel auf ein Kabel rollt und verschiedenen Hindernissen ausweicht, an sich eine runde Sache. Wer also Lust und Zeit hat, sollte es sich unbedingt mal anschauen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object width="596" height="360"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/nh2uBxie3Kc?version=3"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/nh2uBxie3Kc?version=3" type="application/x-shockwave-flash" width="596" height="360" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><a href="http://proun-game.com/index.html">Proun </a> steht ab sofort zum Download bereit. Ich habe am Anfang des Jahres kurz von dem Spiel berichtet. Es handelt sich um eine Art Rennspiel, wo eine Kugel auf ein Kabel rollt und verschiedenen Hindernissen ausweicht, an sich eine runde Sache. Wer also Lust und Zeit hat, sollte es sich unbedingt mal anschauen.       </p>
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		<title>Der gemeine Kugelball</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Jun 2011 17:20:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich habe heute zwei lustige Spiele entdeckt. Zum Einen Revolutions, wo man versucht durch Drehen eines Zylinders (oder so etwas Ähnliches) eine kleine Kugel hin und her zu rollen, um letztendlich eine andere Kugel zu erreichen. Und zum Anderen Darkness 2 , hier manövriert der Spieler einen weißen Farbball durch dunkle Gänge. Die fehlende Orientierung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe heute zwei lustige Spiele entdeckt. Zum Einen <a href="http://www.spielen.es/revolutions">Revolutions</a>, wo man versucht durch Drehen eines Zylinders (oder so etwas Ähnliches) eine kleine Kugel hin und her zu rollen, um letztendlich eine andere Kugel zu erreichen. Und zum Anderen <a href="http://www.spielen.es/darkness-2">Darkness 2 </a>, hier manövriert der Spieler einen weißen Farbball durch dunkle Gänge. Die fehlende Orientierung wird durch das Einfärben der schwarzen Wände wieder hergestellt, denn nur so kann der Ausgang schlussendlich erreicht werden.</p>
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