Zukunft

Xesier

2

Ich stell nur Fragen…

/ / , ,

Ich bin leicht verwirrt, denn ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich auf mich hören sollte. Ich kann mir selbst keinen Glauben mehr schenken, da ich nicht weiß, was ich möchte. Doch selbst, wenn ich das Wissen besitzen würde, wäre immer noch nicht geklärt, auf was in mir ich hören sollte. Auf meinen Verstand oder auf meine Gefühle und Emotionen? Was hat mehr Bedeutung? Muss ich das für mich selbst herausfinden oder ist es von Situation zu Situation unterschiedlich? (weiterlesen)

~

6

Verstehst du?

/ / ,

Immer, wenn ich mich mit anderen Menschen etwas tiefgreifender unterhalte, kommt es oft dazu, dass ich ein bestimmtes Gefühl oder einen Sachverhalt dem anderen Menschen nicht übermitteln kann. Zwar bekommt er ein Bild davon, was ich meine, aber das Gesamtbild ist bei ihm im Kopf ein anderes, als in meinem. Es sind meist Nuancen, die zwar das Gefühl nur minimal beeinflussen, das Gesamtbild aber grundlegend verändern. Und eben dieses Gesamtbild, basierend auf den kleinen Details, kann ich dem anderen Menschen nicht klarmachen. (weiterlesen)

~

4

“Tat´s weh?”

/ / , ,

Ich verstehe nicht, warum ich Situationen aushalten muss, in denen ich mich nicht wohlfühle, und ich verstehe auch nicht, warum ich mich auf eine Art und Weise verhalten muss, die mir nicht entspricht, nur weil sie von der Mehrheit der Menschen als angemessen angesehen wird.

Wenn jemand “Aua!” plärrt, frage ich nie, ob es weh tat, da ich das dem Geschrei ja schon entnehmen konnte, und wenn ich, beispielsweise auf einem Geburtstag, neue Leute kennenlerne, schaue ich ihnen beim ersten Händedruck fest und prüfend in die Augen. Ich verheimliche demonstrativ meinen Namen, nur, um sie sofort als unaufmerksam, langweilig und desinteressiert einzustufen. Eine völlig richtige Schlussfolgerung, denn bis jetzt hat niemand nachgefragt, wie ich heiße. Mir würde natürlich sofort auffallen, wenn jemand dieses Verhalten ebenfalls anwedet. Er oder sie würde in meiner Achtung um Punkte steigen, die nicht einmal alle Marienkäfer der Welt veranschaulichen könnten.

Ich weiß auch nicht, warum ich vermeintliche Nachbarn grüssen sollte, wenn ich nicht einmal weiß, ob wir in der gleichen Straße wohnen, geschweige denn im gleichen Haus. Ebenfalls empfinde ich Formulierungen wie “Echt?” oder “Wirklich?” als ledigliche Bestätigung meiner These der geistigen Umnachtung. Soll ich auf diese qualifizierte Nachfrage vielleicht das Gesagte komplett wiederholen oder erwartet mein Gegenüber, dass ich jetzt endlich zugebe, dass alles doch nur gelogen war?

Vielleicht sollte ich auch anbringen, dass mir Smalltalk so gar nicht liegt. Ich will reden und reden lassen und nicht das Gefühl von Speeddating haben. “Interessiert ihn das überhaupt?, Hört sie noch zu?, Bin ich zu langweilig?”, sind dann die Fragen die mich beschäftigen. Und um diesen Fragen aus dem Weg zu gehen, lasse ich die Gegenseite einfach plaudern und sammle weiter Eigenschaften, die ich unheimlich anstrengend und sooo angepasst finde. Glücklicherweise kennen meine Freunde schon meinen Namen und sind in der Lage Fragen zu formulieren, die nicht nur ein Wort beinhalten. Neue Leute kennenlernen wird sowieso überbewertet…

~

6

…es ist ein Gefühl!

/ /

Ich bin traurig. Das Telefon klingelt und schon fragt mich jemand, wie es mir geht.

Das ist schon eine verdammt gute Freundschaft, oder?
Es zeigt Verbundenheit, Mitgefühl, Sorge und so vieles mehr. Ja, es ist eine gute Freundschaft!

Ich freu mich über etwas. Ein Kommentar zieht das komplett ins Lächerliche. Es folgt ein vorwurfsvolles Wortgefecht, am Rande von Beleidigungen.

Kann das eine Freundschaft sein?
Es war von Anfang an klar, dass diese Lappalie nicht ernst genommen wird bzw. jeder Anflug von negativer Aufregung, kurze Zeit später schlichtweg vergessen ist. Natürlich ist auch das eine gute Freundschaft, die durch einfachen aber selbstverständlichen Zusammenhalt geprägt ist.

Aber was bringt uns dazu, jemanden, den wir ewig nicht gesehen haben, beim ersten erneuten Treffen, genauso gern zu haben, wie vor Wochen?
Ich denke, prinzipiell ist es die eigene Einstellung oder die Art und Weise, wie wir gelernt haben mit Loyalität gegenüber bestimmten Gefühlen umzugehen.
Kann man einem Gefühl loyal gegenüber sein? Sollte man es nicht einfach fühlen? Sind “gekünzelte” Gefühle nicht bloß vorgeheuchelt?
Das ist nicht pauschal zu beantworten, jeder muss selbst wissen, ob er in der Lage ist ein “echtes” Gefühl künstlich hervor zu bringen oder anders, ob er weiß, wie man seine eigenen Gefühle weckt. Für viele eine schier unmöglich erscheinende Option. -Man müsste sein ganz persönliches Botenstoff- und Hormonwirrwarr zumindest teilweise lenken können. Unmöglich….
Und doch geht es. Jeder kann, mit genügend Willenskraft, seinem eigenem chemischen Kopfcocktail eine neue Mischung verpassen. Die Klassiker sind natürlich die Dinge, die jedem bekannt sind. Mach Sport, umgib dich mit fröhlichen Menschen, fokussiere positive Ereignisse, bleib nicht allein in deiner Hütte sitzen, usw….
Zudem kommen gefühlte 500.000 Beratungsmedien hinzu, die einem schätzungsweise 200 !verschiedene optimale! Techniken ans Herz legen, um ein glücklicherer Mensch werden zu können und ausschließlich gute Freunde zu gewinnen. Oft wird man im gleichen Zuge, plötzlich auch noch erfolgreich.

Aber warum erst dort ansetzen? Warum beim Yoga, für das ersehnte Dauerlächeln, einen Bleistift zwischen den Zähnen halten und Listen über alle positiven Dinge des Tages führen? Und was mache ich, wenn ich plötzlich zwischen Menschen bin, die mir überhaupt kein gutes Gefühl verschaffen und alles andere als motivieren?
An der Stelle würde man doch gern, allein durch willkürliche Gedanken, eine fröhlichere Einstellung haben wollen, allein schon, weil wir uns so besser fühlen und leistungsbereiter sind. An der Stelle möchte, zumindest ich, durch puren Willen, bestimmte Botenstoffe im Gehirn vermehrt ausschütten können. Natürlich kann immer ein “glücklich geborener” Mensch daher kommen und behaupten, dass das doch alles kein Problem sei. Doch wer kann diese Gabe schon sein Eigen nennen? Vielleicht sind gerade diese Leute, auch nur von Natur aus, dafür geeignet sich selbst zu manipulieren. (Böse Zungen würden davon sprechen, sich selbst zu belügen.)

Egal, ob oder wie gut man sich selber kennt und in der Lage ist die eigene Stimmung zu beeinflussen. Es wird immer Momente geben, in denen wir glücklich sind, ohne etwas dafür getan zu haben und es wird Momente geben, in denen wir traurig sind, ohne etwas dagegen unternehmen zu können. Doch gerade in letzteren zeigt sich oft, wie gut man sich die eigenen Freunde ausgesucht hat und sollte evtl. mal darüber nachdenken, ob man nicht doch noch ein paar menschliche Notmotivationsreservebatterien zusätzlich gebrauchen könnte.

In diesem Sinne, ein Dank an alle meine Freunde. Denn obwohl ich mir einbilde, das Prinzip der Eigenmanipulation (positiv wie negativ) ganz gut für mich umsetzen zu können, wäre ich doch ohne die, in Mühe erdachten und für mich fremden, Perspektiven oft nicht annähernd so schnell zu einem befriedigendem Ergebnis gekommen.

Ich schulde euch was und ihr wisst ja, ein Elefant vergisst nie und ich hab gehört, träge Bären sollen da ähnlich gestrickt sein ;)

Auch wenn nicht immer extra ausgewiesen, enthält der Text(auch folgende Beiträge) meine Meinung und eventuelle Fehler(GR+RS) sind natürlich Absicht.
Auf Fragen kann ich bestimmt antworten.

Beste Grüße
Teddy

~