Zukunft

Xesier

- Tag: Handlung -

1

Mittelpunkt

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Die erschöpften Augen des Mannes suchen fast schon verzweifelt nach den zwei Bäumen, die wie ein V geformt sind, denn nur dort ist eine Übertragung möglich. Jedenfalls war das früher in seiner Kindheit so. Eigentlich dachte er immer, dass ihm noch mehr Zeit zur Verfügung steht. Doch man kann es sich nicht aussuchen und die Stimmen, die sich immer hinter dem Rauschen des Windes versteckten, wurden allmählich lauter, und das anfängliche Flüstern von damals ist nun eine kräftige Stimme geworden, die jetzt nach ihm verlangt. Das vibrierende Amulett in seiner Jackentasche signalisierte ihm, dass der Ort ganz in der Nähe sein muss. Doch die Schneeflocken fangen im Wind langsam wieder an zu tanzen, sodass kaum noch etwas zu sehen ist. Sein Blick wandert und versucht den Tanz der dicken Schneeflocken auszuweichen. Plötzlich zwingt ihn eine Stimme, seine Konzentration zu unterbrechen. “Opa? Stimmt es, dass jede Schneeflocke einzigartig ist?”. Richtig, er hat ja Lukas extra mitgenommen, um ihn die Magie der Sterne zu zeigen. “Ja das stimmt. Jede Schneeflocke ist so einzigartig wie jeder einzelne Mensch einzigartig ist und so wie die Schneeflocken danach streben auf den Boden zu fallen, streben Menschen danach glücklich zu sein.”. Das nachdenkliche Gesicht des kleinen Jungen bringt das Lachen auf das Gesicht des Mannes zurück. “Was überlegst du gerade?”. “Naja es landen ja nicht alle Schneeflocken auf den Boden, heißt das, dass auch nicht alle Menschen glücklich werden?”. “Mhh, da ist was dran. Das Problem ist, dass die Menschen genauso wie die Schneeflocken nur bedingt beeinflussen können, wo sie landen. Die Frage dabei ist, was jeder einzelne eigentlich möchte.” Das Gesicht von Lukas fängt an zu strahlen. “Und Opa, was möchtest du?”. “Ich?” Ein herzhaftes Lachen erhellt den Wald. “Ich möchte dir etwas zeigen.” Das Licht des Mondes strahlt so hell, als wollte die runde, löchrige Kugel mal wieder damit angeben. “Und… wann kann ich es sehen?”. Die Hand des Großvaters deutet in Richtung des rötlichen Mondes. “Die Sterne will ich dir zeigen, die kannst du jederzeit sehen.”. Lukas runzelt die Stirn. Er war es ja gewohnt, dass sein Opa verrückte Sachen sagt, aber das mit den Sternen kann Lukas nicht so ganz nachvollziehen. Der Tanz zwischen Schnee und Wind wird langsam ruhiger und am Horizont, etwas östlich von ihnen auf einen kleinen Hügel, schimmert die Silhouette der beiden Bäume durch den trudelnden Schnee. “Lukas, es wird Zeit das wir endlich ankommen.” (weiterlesen)

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1

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…KANNST DU ES SPÜREN?
Schon wieder höre ich diese Worte, diese fragenden Worte die sich mit einem kreischenden Geräusch immer tiefer, Schicht für Schicht in meinen Schädel bohren. Ich bekomme Gänsehaut von dem Gefühl Gänsehaut zu haben. Alles fängt langsam an zu kribbeln und nur ein kritischer Blick nach unten versichert mir, dass es doch keine kleine Insekten sind, die an mir hoch krabbeln. Mein Kopf pulsiert und ist endlich bereit um sein Inneres endlich nach Außen zu tragen. Alles bewegt sich um mich herum immer schneller und schneller. Ich bleibe stehen, wie viel Zeit gerade vergeht kann ich nicht sagen. Wieder verlangen die Wörter in meinem Kopf schmerzhaft nach Antworten die ich nicht geben kann. (weiterlesen)

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2

Nur zu Besuch

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(Matti hat wieder einmal das Interesse gehabt, etwas zu veröffentlichen. Lest euch rein!)

Vor ein paar Tagen hab ich mit meinem Handy rumgespielt. Und da fiel mir eine Erinnerung ins Auge. Du hast bald Geburtstag. Seit dem habe ich jeden Tag an Dich gedacht. Aber an dem Tag selbst, es war ein Freitag, bis zur der Erinnerung meines Handys nicht. Komischerweise. Also beschloss ich, Dich zu besuchen und dir eine schöne Mitteilung zu überbringen. Samstagmorgen brach ich zu Dir auf. Durch das große Tor. Den knirschenden Weg entlang. Bis zu Dir. Auch Deine Mutti ist hier. Es ist an sich ein schöner Ort, vor allem bei diesem strahlenden Wetter. Wie zum Geburtstag bestellt. Aber wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich Euch gerne woanders getroffen.

Ein Lächeln zur Begrüßung. „Melanie hat ein Kind bekommen. Einen Jungen.“ Ihr antwortet nicht, aber ich weiß ihr freut euch riesig. „Und? Werden wir Europameister?“ Natürlich. Schade, dass wir nicht zusammengucken können. Es war schön mit Euch. „Macht’s gut!“ Ich winke zum Abschied. Ich drehe mich um, gehe an Euren Nachbarn vorbei. Alte Menschen, junge Menschen, Kinder. Geschmückte Plätze, aufgeräumte Plätze, ungepflegte Plätze, vergessene Plätze. Und während ich wieder zum großen Tor laufe, sehe ich Eure lachenden Gesichter vor mir und ärgere mich, dass wohl erst wieder ein wenig Zeit vergeht, bevor ich wieder an Euch denken werde. Spätestens zum nächsten Geburtstag. Ich durchschreite das Tor, gehe an der Mauer entlang, sehe nach links, nach rechts, überquere die Straße, steige ein und fahre los. Nicht ohne ein Blick zurück.

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3

Reise

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Nun stehe ich nach all den Jahren wieder hier am Fuße der schmalen Steintreppe. Irgendwie kann ich das immer noch nicht begreifen. Meine Augen suchen nach etwas Vertrautem, denn irgendwas stimmt hier nicht. Im Zentrum meines Blickfeldes ist die alte Eiche, die solange ich diesen Ort kenne, eine Brandspur in Form eines nach unten gerichteten schwarzen Pfeils hat. Vermutlich wurde sie mal von einem Blitz getroffen. Kaum zu glauben, dass eine so unkontrollierbare Kraft, so ein filigranes Muster hervorbringen kann. Wie lange sie hier wohl schon steht; 100, 200 oder gar 500 Jahre? (weiterlesen)

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