Warum Computerspiele?

Weil Spieler Teil der Erfahrung sind und nicht nur stille Beobachter. Weil Computerspiele unsere Entscheidungen reflektieren und uns dadurch erkennen lassen, wer wir wirklich sind oder wer wir sein wollen. Weil sie uns Geschichten in dem Tempo und mit den Mitteln erzählen, die wir durch unsere Interaktion mit ihnen selbst bestimmt haben. Weil Computerspiele uns dazu zwingen, in die Rolle einer anderen Person zu schlüpfen. Weil Computerspiele alle anderen Medien beinhalten können. Weil sie eine Plattform anbieten, mit Freunden neue Erfahrungen zu machen! Weil sie uns die Möglichkeiten in die Hand legen, eigene Welten, Vorstellungen und Strukturen umzusetzen. Warum Computerspiele? Aufgrund der tiefgreifenden Erlebnisse, die Spiele vermitteln können.

Doch was hat das alles mit einem solch scheinbar langweiligen Thema wie dem Lernen zu tun? Nun, ich denke, dass Computerspiele unsere Art des Lernens vollkommen verändern werden. Wenn Menschen sich aufgrund ihrer Spielleidenschaft 151 Kanto-Pokémon oder alle DOTA-2-Helden einprägen können, dann muss es auch ohne Weiteres möglich sein, in ihnen ein Feuer für die Probleme der wirklichen Welt zu entfachen. Computerspiele sind dazu in der Lage. Es fehlt nur an einer Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten. Deshalb möchte ich darüber schreiben. Ich möchte die Vielfalt und die emotionale Tiefe von Spielen ergründen. Ich möchte Prinzipien entdecken, mit denen wir Lerninhalte effektiver vermitteln können. Und ich möchte Vorschläge für eine Bildung mit Computerspielen präsentieren.

Ich wünsche mir eine Welt, in der Computerspiele nicht mehr nur als Freizeitbeschäftigung für Kinder betrachtet werden, sondern in der sie ein fester Bestandteil unserer Kunst sowie unserer Wissens- und Nachrichtenaufnahme sind. Ich wünsche mir Spiele, die dabei helfen, psychischen Problemen entgegenzutreten, ohne dass das belächelt wird. Ich wünsche mir Spiele, die über den emotionalen Abgrund unseres Menschseins berichten. Ich wünsche mir Spiele, die die Welt verändern.

Doch das bedeutet, dass ich mich auch mit den ungeliebten Themen der Spielewelt auseinandersetzen muss, denn das Medium kann nur erwachsen werden, wenn man seine Probleme löst. Und Probleme kann man letztendlich nur lösen, wenn man sich ihrer überhaupt annimmt. Doch über Gewalt, Rassismus, Sexismus und Sucht spricht man nicht gern, wenn es eigentlich Spaß machen soll, wenn Spiele uns eigentlich von der Wirklichkeit ablenken sollen. Das muss sich ändern. Dieser Blog soll seinen Teil dazu beitragen. Er soll dazu dienen, Computerspiele- und Bildungsthemen anzusprechen und Menschen darüber zu informieren, wozu Computerspiele fähig sind, und wozu sie in Zukunft fähig sein werden.

2 Gedanken zu „Warum Computerspiele?

  1. Matti

    Wer lernt denn bitte alle Pokémon auswendig, und vielleicht auch noch in der richtigen Reihenfolge… nein sowas :-)

    Aber mal im ernst: Wieder eine deiner guten Ideen. Wie oft kann man hier Beiträge erwarten? Ist es wieder ein Gemeinschaftsprojekt mit den üblichen Verdächtigen?

    Tassen hoch, auf das neue Konzept von Xesier!

  2. Henry Herkula Beitragsautor

    Bisher ist nur noch Wilhelms Mitbewohner Max mit dabei. Ansonsten keine festen Termine, immer wenn mich etwas beschäftigt. Heute erscheint dann auch noch ein Artikel auf meinem Privatblog.

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